E-Klausuren

Elektronische Klausuren sind derzeit ein richtiges „Hype-Thema“ – wobei ich hier Hype nicht negativ besetzen möchte sondern eher als ein Trend. Immer mehr Hochschulen setzen sich mit Prüfungen an Computer, IPAD und Co auseinander. Neben didaktischen Vorteilen (z.B. der Verwendung von Materialien, die auf Papier einfach nicht funktionieren) gibt es auch ganz schlichte „Durchführungsvorteile“. Dank „getippt“ keine Probleme mehr mit krakeligen Handschriften, Aufgabentypen, die die Prüfungssoftware direkt korrigieren kann, ohne dass jemand manuell dort aktiv werden müsste.

Parallel dazu steigt durch den Umstieg auf Bachelor/Master dann schlicht die Zahl abzunehmender Prüfungen und da sind Prüfungsformate willkommen, die die Korrektur erleichtern.

Auf der einen Seite wird hier viel mit verschiedenen Prüfungssoftware-Varianten experimentiert. Das reicht von der spezialisierten Prüfungssoftware bis hin zu speziellen Prüfungsfunktionen in der klassischen E-Learningumgebungen. Daneben gibt es zahlreiche Herausforderungen bei der Durchführung, Sicherheit des Betriebs etc. Ein möglicher Weg sind hier spezielle PC-Räume, die ganz gezielt an die Bedarfe von elektronischen Prüfungen angepasst werden.

Ein solcher Raum geht jetzt an der Universität Göttingen „online“ – im NDR gibt es aktuell einen Beitrag über diesen E-Prüfungsraum: Das prüfende Klassenzimmer.

„Dienstlich“ arbeiten wir an der Universität Bonn seit Herbst letzten Jahres genau an diesen Themen, Kolleginnen und Kollegen waren auch in Göttingen vor Ort und haben sich den Raum angeschaut (und kommen auch im Video zu Wort).

Destatis: Zahl der Stu­dien­berech­tigten im Jahr 2012 leicht gesun­ken

Um einmal eine Zahl des Statistischen Bundesamtes Destatis aufzugreifen, die Zahl derjenigen, die 2012 eine Studienberechtigung erworben haben, ist leicht gesunken. Komplizierte Formulierung, praktisch und verkürzt meint das diejenigen, die 2012 Abitur oder Fachabitur erworben haben. (Die Überschrift der Pressemitteilung von Destatis ist leicht irreführend, da nur die gemeint sind, die 2012 die Studienberechtigung neu erworben haben und nicht die Gesamtzahl der generell Studienberechtigten)

Schaut man dabei näher auf die Entwicklung in den Bundesländern, sieht man sehr schön wie hier die doppelten Abiturjahrgänge „durchschlagen“ und zu massiv unterschiedlichen Zahlen und Entwicklungen führen. So steigen in den Ländern, in denen zwei Klassen den Abschluss machen (G8 und G9) die Zahlen um im Schnitt 30 Prozent, während in den Ländern, die die doppelten Abiturjahrgänge im Vorjahr hatten, die Zahlen entsprechend zweistellig fallen. Also im Vergleich alles wenig aussagekräftig, da man es nur bedingt miteinander vergleichen kann.

Wir in NRW erfreuen uns dann in diesem Jahr an dem doppelten Abiturjahrgang, die Universitäten machen sich seit Monaten Gedanken, wie sie die Platzprobleme ab dem Wintersemester vielleicht lösen/entschärfen können.

Die kompletten Zahlen und Übersichten finden Sie in einer Pressemitteilung bei Destatis

DDR-Zeitungen im Volltext

Im Rahmen eines DFG-Projekts werden derzeit drei DDR Tageszeitungen vollständig digitalisiert. Mit der Tageszeitung „Neues Deutschland“ ist jetzt die erste Zeitung vollständig digitalisiert. Alle Ausgaben vom 23. April 1946 bis zum 03. Oktober 1990 sind digitalisiert (ich frage mich gerade – gibt es westdeutsche Tagesezeitungen, die man im gleichen Umfang (kostenlos) online einsehen kann?)

Auf der einen Seite also ein wirklich schönes Projekt – ich hätte gerne einen Blick reingeworfen und dort gestöbert, allein: Ich scheitere am Login. Angeboten werden drei Login-Varianten, die aus meiner Sicht interessanteste (DFN-AAI, sprich vermutlich Shibboleth) ist derzeit leider noch nicht implementiert, bleibt für mich die Open-ID-Variante via xlogon. Den xlogon-Account habe ich zwar incl. der angelegten Persona, aber bisher kann ich mich damit nicht anmelden, erhalte auch keine Freischaltmail – vielleicht bin ich zu ungeduldig – ich ergänze den Artikel, sobald sich da etwas tut.

Update: Kaum online, kriege ich den Freischaltlink und kann mich einloggen – daher, xlogon funktioniert, man braucht nur ein wenig Geduld.

Wer auch schauen will:

Onkyo Receiver und Raspberry Pi

IMG_20130206_215155Der Raspberry Pi hat es mir ja weiterhin angetan – ein Mini-Projekt, das schon seit einem halben Jahr auf der To Do-Liste steht: Mein Onkyo-Verstärker (TX 8050) hat ein LAN-Interface und hängt bei mir im internen Netz. Es gibt einige Apps für Android und Ipad mit denen man den Verstärker steuern kann, ich hätte es aber gerne genereller und würde die Verstärkersteuerung z.B. in Automatisierungsszenarien einbinden.

Ausgang – Raspberry steuert Spotify

Wie schon im Artikel Raspberry Pi und Spotify beschrieben steuere ich die Spotify-Wiedergabe über den Raspberry Pi und das funktioniert bisher wirklich ziemlich gut.

Ziel: Weitere Automatisierung

Auf der Wunschliste steht als nächstes die Automatisierungskette zu vervollkommnen. Nett wäre es doch, wenn ich den Raspberry Pi einschalte, dass gleichzeitig der Verstärker angeht und dieser sich dann doch auch direkt auf den passenden Kanal umschaltet und vielleicht auch zur Sicherheit die Lautstärke passend setzt.

Weg: Onkyo und ISCP

Der Onkyo hat eine Netzwerkschnittstelle (LAN) und ist darüber grundsätzlich einstellbar. Onkyo hat sich dafür ein eigenes Protokoll einfallen lassen: ISCP. Im Netz habe ich unterschiedliche Informationen gefunden – ob die Dokumentation von Onkyo nun offiziell supported und herausgegeben wird oder nicht, sei’s drum, es gibt diverse Excel-Tabellen mit den entsprechenden Befehlssets. Praktischerweise habe ich auf github ein Projekt gefunden, dass ISCP mittels Python-Scripts zugänglich macht: Miracle2k – onkyo-eiscp
Darüber ist der Onkyo schlussendlich z.B. direkt in der Shell steuerbar.

Umsetzung auf dem Raspberry Pi

Ganz praktisch nachfolgend der Weg:

  • Python selbst ist auf meinem Raspberry Pi schon verfügbar (ich verwende ein Debian Wheeze-Image)
  • Als nächstes benötigen wir die Python Setup-Tools, d.h. Shell auf dem Raspberry Pi aufmachen und dann:
    sudo apt-get install python-setuptools
  • Damit haben wir nun easy_install am Start, das erleichtert die Installation von Python-Dingen
  • Weiter geht’s in der Shell:
    easy_install https://github.com/miracle2k/onkyo-eiscp/tarball/master
    (das installiert das onkyo-Paket)
  • Nun können wir in der Shell mit
    onkyo command
    den Verstärker steuern. Eine Übersicht möglicher Befehle gibt es in der yaml-Datei.
  • Damit sind die Grundlagen gelegt, jetzt müssen wir dem Raspberry Pi noch beibringen beim Start auf den Kanal zu schalten und die Lautstärke zu setzen, dazu die Datei /etc/rc.local öffnen und folgenden zwei Zeilen ergänzen:
    /usr/local/bin/onkyo SLI00
    /usr/local/bin/onkyo MVL15
    Das passt natürlich jetzt nur für meine Umgebung, das Prinzip sollte aber klar sein.

Verstärker einschalten

In meinem Setup wird dabei auch der Verstärker physikalisch eingeschaltet – das kommt demnächst, wenn ich meine ersten Artikel zu meiner Hausautomatisierungs-Umgebung angehe, die auf FHEM basiert.

Raspberry Pi automatisch ausschalten

(Absatz ergänzt am 07.02.2013) Letzte Fragestellung in dem Zusammenhang: Wie schalte ich den Raspberry Pi am besten aus – die Hausautomation einfach hart die Steckdose abschalten lassen ist vermutlich auf Dauer für die Sd-Card nicht die beste Variante. Ich habe da ein paar kombinierte Maßnahmen:

  • die Hausautomation pingt alle 10 Minuten alle LAN-Geräte im Haus durch: wenn der Raspberry Pi nicht mehr per Ping erreichbar ist, schaltet sie die Steckdose einfach ab
  • der Raspberry Pi fährt sich ansonsten spät abends über einen Eintrag in der crontab selbst runter
  • und dritte Variante: ein Script (basiert auf dieser netten ping-script Vorlage) auf dem Raspberry Pi pingt alle 20 Sekunden den Onkyo an, gehen genügend Ping-Pakete verloren, geht der Raspberry Pi davon aus, dass der Verstärker aus, was bedeutet, dass er auch nicht mehr gebraucht wird, also fährt er sich runter, die Hausautomation kommt dann ein paar Minuten später und nimmt den Strom weg

Funktioniert bisher eigentlich recht zuverlässig, die Szenarien reichen bisher aus. Das ganze mit ping-Scripts zu machen ist natürlich eher die Version „Nagios für Arme“, aber es funktioniert. Ich empfehle auch es nicht zu kompliziert zu machen ansonsten verliert man den Überblick und weiß auch selbst nicht mehr genau, warum wann was passiert. Aber so lange das alles kleine nette Helferlein im Hintergrund sind, ist das doch sehr nett.