
Im Presseclub während des tazlab fragten sich Martin Spiewak (DIE ZEIT), Christian Füller (taz), Anja Kühne (Tagesspiegel) und Jaqueline Boysen (Deutschlandfunk): "Ist die Uni noch zu retten?"
Bemerkenswert einhellig beurteilten die vier Journalisten die Bologna-Reform als notwendig und sinnvoll.
Martin Spiewak von der Zeit erklärte, dass die Umsetzung der Reform bislang jedoch gründlich danebengegagenen sei. Erst habe die Politik die Reform versemmelt, indem sie keine Mittel für das Mammut-Reformvorhaben bereitstellte.
Dann hätten die Hochschulen und insbesondere die Universitäten die Reform versemmelt, weil sie in den ersten Jahren die Reform ignoriert bzw. gehofft hätten, dass sie irgendwie drumherum kämen, während sie in den letzten Jahren dann hektische Betriebsamkeit entfalteten, um die bestehenden Studiengänge unverändert in die neuen Strukturen zu pressen - mit den bekannten Folgen übervoller Curricula, Prüfungsmarathon und nicht studierbaren Studiengängen.
Nach dem Beitrag der Medien zum schlechten Image des Bachelors im Besonderen und der Studiengangsreform im Allgemeinen befragt, bejaht Martin Spiewak den Bedarf nach Selbstkritik. Diese sei aber nicht von den Bildungsredaktionen, sondern vom vom Feuilleton zu üben. Das habe in seiner Gesamtheit bei der Einordnung der Studiengangsreform "komplett versagt".
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Seneca