
Im Nachgang zur gelobten Fernsehdebatte im Vorfeld der Wahlen in Grobritannien bilanziert die Süddeutsche Zeitung: "Nicht das Fernsehen untergräbt die Demokratie. Sondern schlechte Rhetorik und schlechtes Fernsehen."
Dass die medial vermittelte Debatte so gelungen sei, liegt für die SZ darin begründet, dass "das freie, öffentliche und geistesgegenwärtige Reden in der englischen Erziehung immer noch intensiv eingeübt wird - auch wenn es gegenüber den Zeiten von William Pitt oder Benjamin Disraeli eine noch so spürbare Verflachung gegeben haben mag. Die Redefähigkeit wird auf der Insel traditionell so hoch geschätzt, dass Thomas Carlyle im Jahr 1850 schon eine übertriebene Schulung in Eloquenz beklagte, eine "incontinence of tongue", zu einer Zeit, als die ohnehin wenig entwickelte republikanische Rhetorik in Deutschland mehr oder weniger verstummte."
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