
Ute Frevert, Leiterin des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, im Interview mit der taz über Gründe, warum Migranten und Bildungsferne es an der Uni schwerer haben, und über das, was sie an Studierenden nervt.
Ute Frevert war eine der Referentinnen auf dem tazlab, dem Bildungskongress der taz über die Uni von morgen.
"Ich denke, es muss für jeden Studenten eine Uni geben, aber nicht jede Uni ist für jeden Studenten geeignet. Ich habe auch gelitten unter den Studierenden, die mir nie in die Augen gucken oder die nicht mal einen Aufsatz für ein Seminar lesen. Die können dann natürlich nicht mitreden. Und das sind, aus meiner Sicht, 90 Prozent der Studierenden, die wir hier haben.
Wir sollten nicht so tun, als ob diese 90 Prozent, die sich nicht engagieren, das Recht haben, in jedem Seminar oder in jeder Uni zu sitzen. Das finde ich auch ungerecht den 10 Prozent gegenüber, die mit Lust und Interesse dabei sind, das ist eine unglaubliche Blockierung. Das mag jetzt sehr elitär klingen, aber das kann man unter dem Punkt der Diversifizierung und Pluralisierung sehen. Das ist etwas, was mich an den Veranstaltungen hier auf dem Kongress oft gestört hat: der Anspruch, Ungleiches gleichzubehandeln."
Der ganze Artikel Akademikerkinder sind oft faul in der Online-Ausgabe der taz
Anreas Bender