
Prozess dank diplomatischer Bedenken? Aber alles ging mit rechten Dingen zu...
Als deutscher Schuhwerfer wird der 27-jährige Doktorand wohl in die Geschichte eingehen:
"Der junge Mann musste sich dafür verantworten, dass er am 2. Februar während einer Rede von Chinas Regierungschef Wen Jiabao in der englischen Universitätsstadt einen Schuh in Richtung von Wen geworfen hatte."
Da ihm die Anklage "Störung der öffentlichen Ordnung, Beleidigung und Aufruf zur Gewalt" zum Vorwurf machte, wäre als Strafmaß Haft bis zu 6 Monaten möglich gewesen. Die Staatsanwaltschaft muss sich ihrerseits den Vorwurf von Kritikern gefallen lassen, Motiv der Anklage war es "außenpolitische Wogen zu glätten". Der Schuhwerfer begründet seine Tat wiefolgt:
"Ich wollte symbolisch gegen die Anwesenheit des chinesischen Ministerpräsidenten protestieren. Und ich wollte Solidarität mit den Menschen in China zeigen, die in der Rede nicht vorkamen."
Zusammenfassend lässt sich also sagen:
Eine Ruhmestat war es wohl nicht, aber wenn man tatsächlich mit Hilfe von Schuh-Attacken die Herrscher dieser Welt in ihre Schranken verweisen könnte, wer außer ihnen und ihren Anhängern hätte da wohl etwas dagegen....
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Attacke in Cambridge: Deutscher Schuhwerfer freigesprochen
Kurt Tucholsky