
A. Kissler beklagt sich über die "Kernerisierung des Fernsehens".
Natürlich ahnt man schon ein wenig, was denn mit dieser "Kernerisierung" gemeint sein könnte, doch A. Kissler lässt keine Zweifel mehr übrig:
"[...]Kernerisierung meint: den Ersatz ressortspezifischer Kenntnisse durch die Bereitschaft zur guten Laune, den Ersatz von Information durch inszenierte Einfühlung, den Ersatz republikanischer Gesprächskultur durch autoritäre Kumpelei und den Ersatz des Gedankens durch den Affekt."
Aber nicht nur J.B. Kerner bekommt sein Fett weg auch andere Formate und Moderatoren werden wenig schmeichelhaft beschrieben:
"Genau diese routinierte Neugier aufs Empfinden, die das Gegenteil eines echten Erkenntnisinteresses ist, das Gegenteil eines Gedankens, das Gegenteil eines Dialogs, bildet auch den Refrain vordergründig politischer Formate. Ob „Anne Will“, [...] oder „Maybrit Illner“, ob „Sat.1-Nachrichten“, [...] oder „heute-journal“, das unter Marietta Slomka zur „Sendung mit der Maus“ für Erwachsene wurde, farbenfroh und kindgemäß: Wem auch immer ein Mikrofon unter die Nase gehalten wird, des’ Herz soll übergehen vor Gefühl und Gefühligkeit, sekundenlang."
Ein bissiger Artikel, der die Medienwirklichkeit schonungslos beschreibt!
http://www.cicero.de/97.php?ress_id=7&item=3548
Werner Mitsch