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Löchrige Datenarchive: Angst vor der digitalen Amnesie

Löchrige Datenarchive: Angst vor der digitalen Amnesie

15.02.2009

Spiegel-Online widmet sich dem spannenden Thema Digitale Langzeitarchivierung.

Ausgangspunkt der Überlegungen ist die Frage, was die Archäologen der Zukunft denn von uns finden werden - im Zweifel vielleicht recht wenig, wenn unsere digitalen Hinterlassenschaften "auf der Strecke bleiben".

"Viel schneller als die Medien altern, werden sie von neuen Technologien überrannt. So hatten Universitäten arg damit zu kämpfen, Computerprogramme von Lochkarten auf Floppy-Discs oder Festplatten zu übertragen. Die klobigen Kartenlesegeräte waren oft überstürzt aus den Rechenzentren geworfen worden, als Festplatten verfügbar wurden. Neue Computeranlagen hatten zudem nicht die passenden Anschlüsse für die Kartenleser." (Quelle: Spiegel-Online)

Für Spiegel-Online liegt eine Möglichkeit im "Cloud-Computing" - der einzelne PC nur als Fenster, die Daten lagern an anderer Stelle.
Aus meiner Sicht bietet dieser Ansatz aber keinerlei Lösungsmöglichkeiten für die vorher beschriebene Problematik, der aus archöologischer Sicht sehr begrenzten Langlebigkeit von digitalen Datenträgern wie Festplatte oder CD/DVD.

Letztendlich muss sich ein Archiv so verhalten wie die Cloud-Anbieter, d.h. die Daten müssen regelmäßig "umkopiert" werden um einem Ausfall des Datenträgers vorzubeugen.

Auf einen weiteren Aspekt geht der Artikel fast nicht ein - die Problematik des Formats. Wenn man das Problem "Datenspeicher" irgendwie in den Griff bekommt, ist das Format, in dem die Daten abgelegt werden umso wichtiger. Wer weiß denn ob in 500 Jahren ein "Word-Dokument" noch gelesen werden kann - das Programm für Windows xy noch installiert werden kann, TIFF, jpg und Co noch bekannt sind. Es geht nicht nur um die physikalische Zugänglichkeit der Daten - man muss auch den Datentyp - das Format im Auge behalten.

Für digitale Archivierung kommt dann schlimmstenfalls noch ein regelmäßiges "Umkopieren" in aktuell lesbare Formate hinzu - hierbei muss dann ja auch noch sichergestellt werden, inwieweit das noch eine Kopie ist, u.U. bleibt das Original beim Formatwechsel ja nicht 1:1 erhalten. Generell sind natürlich offene (Open Source) Formate zumindest einfacher handhabbar.

Noch lächeln wir über diese Probleme - doch Bibliotheken und Archivare müssen sich an viel längeren Zyklen orientieren. Das Medium Buch hat da noch riesige Vorteile gegenüber unseren Festplatten und CDs.

Gut, dass Spiegel-Online einmal die Problematik einem breiteren Publikum eröffnet.

Lesen Sie den ganzen Artikel:
Löchrige Datenarchive: Angst vor der digitalen Amnesie

Wer sich für das Thema interessiert, zu empfehlen als tieferer Einstieg: www.langzeitarchivierung.de

              

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