
Unter der Subüberschrift "Leistung lohnt sich!" wettert Sybille Volkholz in der ZEIT gegen das Humboldtsche Bildungsideal.
Sie sieht eine entscheidende Ursache in dem schlechten Abschneiden deutscher Schulen bei internationalen Vergleichstest in einem "Zuwenig" an Leistung. Der Leistungsgedanke käme zu kurz und wäre in Deutschland eher verpönt:
"Während kanadische Schüler selbstverständlich in Umfragen äußern, in der Schule ihr Bestes geben zu wollen, in Klassenzimmern the best of the week ausgezeichnet und Lernfortschritte an der Wand für alle sichtbar dokumentiert werden, sind fleißige deutsche Schüler häufig dem Strebervorwurf ausgesetzt. Auch bei Lehrkräften wird Leistungsorientierung schnell mit Ausgrenzung verbunden und der Sorge, dass schwächere Schüler verlieren könnten." (Quelle: ZEIT)
Und eine der zu Grunde liegenden Probleme sei damit eben das Bildungsideal seit Humboldt, das eine zweckfreie Bildung favorisiere:
"Der vorherrschende Bildungsbegriff und -kanon trägt ebenfalls zur Misere bei. Bildung wird in der Tradition des 19. Jahrhunderts ausdrücklich als zweckfrei, als Abgrenzung zur ökonomischen Massenproduktion reklamiert. Damit ist auch der Anspruch, alle Menschen an dieser Bildung teilhaben zu lassen und sich darum zu mühen, suspendiert. Dieser antiökonomische Reflex des Bildungsbürgertums befördert die Selektivität unserer Schulen erheblich." (Quelle: ZEIT)
Da bin ich zwar deutlich anderer Meinung, aber es lohnt sich vielleicht, sich mit dem Gedankengang auseinanderzusetzen (um seine eigene Argumentation zu schärfen).
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Bildungspolitik: Zweckfreie Bildung kann Kindern schaden
Hieronymus