
Während die Bundesländer reihenweise Studiengebühren einführen, bleiben die Effekte auf eine für die Studierenden spürbare Verbesserung der Studienbedingungen aus. Zudem fehlt es an den versprochenen Stipendien. Die Folge: Die Studierendenzahlen stagnieren - und das obwohl es erklärtes Ziel der Politik ist, die Studienquote eines Jahrgangs zu erhöhen.
Die taz zitiert aus einem Papier des Bildungsausschusses des Bundestags. "In den Gebührenländern Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und
Hessen existieren bis heute keine eigenen Förderprogramme für
Studierende, die sich ein Bezahlstudium nicht leisten können", heißt es darin.
Vor dem Hintergrund des von Politikern aller Parteien gesungenen Mantras von der Wissens- und Informationsgesellschaft, Bildung als wichtigster Ressource und vom Innovationsstandort Deutschland, muss diese Situation empören.
Erst im September 2007 attestierte die OECD Deutschland mal wieder sich sehr auf soziale Auslese und weniger auf Talentförderung zu konzentrieren: Im internationalen Vergleich hat Deutschalnd zu wenig Akademiker, was v.a. damit zu tun hat, das andere Länder sich stark verbessern.
Die Zahl der Studenten in der Bundesrepublik nahm in den vergangenen zehn
Jahren um fünf Prozent zu, während sie in den 29 anderen wichtigen
Industrienationen im Schnitt um 41 Prozent stieg.
In Deutschland streben lediglich 21 Prozent der 15-Jährigen ein Studium
an. In einigen OECD-Ländern liegt der Anteil der Studierenden eines
Jahrgangs inzwischen bei zwei Drittel, im OECD-Durchschnitt bei rund 50 Prozent. Hinzu kommt die in Deutschland hohe Zahl der Studienabbrecher von etwa 35 Prozent.
Dabei hat der Abschreckungseffekt auch Auswirkungen auf den restlichen Ausbildungsmarkt: Abiturienten drängen in Berufe und Ausbildungswege und machen Real- und Hauptschülern Konkurrenz, die in Folge das Nachsehen haben.
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