
Wahrsagerei und Gehirnwäsche
31.01.2008Andrian Kreye besucht für die Süddeutsche Zeitung das deutsche Hauptquartier von Scientology in Berlin. "Weil Sekten wie Scientology funktionieren wie Konzerne, ist der neue Markt Berlin für sie so interessant. Eine Stadt im Umbruch produziert mehr verlorene Seelen als satte Städte wie Hamburg oder München."
"Gibt es da nicht diese Persönlichkeitstests? "Bitte folgen Sie mir." Man nimmt an einem Pult Platz, bekommt Bleistift, Radiergummi und die Fragebögen für die "Oxford Capacity Analysis", die aus 200 Fragen besteht.
Die Fragen kreisen immer wieder um die gleichen Schwächen - Nervosität, Hemmungen, Aggressionen, Unsicherheit. Das Ergebnis liefert ein Computer. Auf einer Tabelle ziehen sich Kurven nach oben - die Sollwerte. Nur eine Kurve geht nach unten - das Testergebnis. Das fällt bei bei Scientology immer schlecht aus. "Da können Sie aber noch viel an sich arbeiten", sagt die Beraterin und zeichnet mit dem Kugelschreiber warnende Pfeile in die Kurven.
So ähnlich funktioniert das auch bei Wahrsagern. Sie lesen einem für wenig Geld aus der Hand, finden dunkle, beunruhigende Vorzeichen, die man nur in einer zweiten, teuren Sitzung deuten lassen kann. So beginnt bei Scientology ein labyrinthisches System aus Kursen und Prozessen. "
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Die Gehirnwäscher aus Hollywood in der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung
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