
Wie heise-online auf Grundlage einer Umfrage von Allensbach berichtet, verlieren Fernsehen und Zeitungen Zuschauer bzw. Leser an das Internet.
Demnach zieht das Internet aber nicht nur Zuschauer aus dem Fernsehen ab, sondern auch von anderen "alten Medien":
"Anders als viele wirtschaftswissenschaftliche Theorien der 1990er prophezeiten, scheint das nun nicht mehr ganz neue Medium dabei durchaus ältere zu verdrängen: In der Altersgruppe von 20 bis 29 Jahren liest ein knappes Drittel keine Zeitung mehr, sondern bezieht seine Informationen ausschließlich aus dem Netz und dem Fernsehen." (Quelle: heise-online)
Gleichzeitig sollte man jedoch auch sehen, dass die prozentualen Verschiebungen keinesfalls zu einer Verdrängung führen. Dass auf Dauer "alles beim alten" bleibt, war auch nicht zu erwarten. Der Mensch hat nur ein bestimmtes Kontingent an Freizeit - einen Teil davon nutzt er für Medienkonsum, dass es mit neuen Medien hier zu Verschiebungen kommt, ist einzusehen.
Weiterhin wäre aber auch zu untersuchen, ob die "Macher/Gatekeeper" wirklich Zuschauer verlieren, da ja die in den klassischen Medien etablierten, auch große Flächen im Internet "besetzt" haben. Fraglich ist, ob beispielsweise die Verlage damit momentan die gleichen Gewinne erzielen. Es ist sicherlich zu erwarten, dass jemand beispielsweise keine Tageszeitung mehr abonniert - sich dafür aber im Netz weiterhin der ähnlichen Quellen bedient.
"Während 37,7 Prozent der 14- bis 19-Jährigen das Internet zu den wichtigsten Informationsquellen über das Tagesgeschehen zählen, ordnen lediglich 24,5 Prozent die Tageszeitungen in diese Kategorie ein." (Quelle: heise-online)
Hier verschiebt sich auch einfach der zeitliche Rhythmus. Früher reichte es eben aus 20:15 Uhr die Tagesschau zu schauen und am nächsten Tag das Ganze aufgearbeitet in der Zeitung zu lesen. Das Internet ist da einfach schneller und die Tageszeitung präsentiert die Konserve von gestern. Gleichzeitig gehen wir aber auch immer mehr in die Richtung der "Tickergesellschaft". Vielen reicht dpa, AP & Co. - eine Aufbereitung, wie sie ja (zumindest teilweise) Tages- oder Wochenzeitungen boten, ist weniger von Interesse. Bedient wird das aber auch von den Online-Angeboten gerade der Zeitungen, die immer mehr auf "aufbereitete Tickermeldungen" zurückgreifen. Sie tun sich damit selbst einen Bärendienst, denn das Profil eines Portals geht so meist verloren.
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Helmut Schmidt