
Helmut Martin-Jung provoziert nett zum Start der Serienproduktion des 100-Dollar Laptops und stellt einige kritische Nachfragen.
Nicholas Negroponte hat sich indes durch alle Kritik an seinem Laptopprojekt für die "Dritte Welt" nicht beeindrucken lassen, das 100 Dollar Laptop hat die letzte Beta-Phase hinter sich und die Massenfertigung startet nun.
Trotzdem bleibt die Hauptfrage offen: Sind günstige Notebooks die richtige Investition?
"Kritiker vor allem aus Afrika fragen sich allerdings, ob es wirklich Internet und E-Mails sind, was Kinder in Drittweltländern am dringendsten brauchen. Die armen Länder sollten für Hunderte Millionen Computer zahlen, dabei fehle es oft an Schulgebäuden oder trinkbarem Wasser. Und in die Anschaffungskosten seien die Kosten für Wartung, Schulung und Internetzugang noch gar nicht einkalkuliert." (Quelle: SZ)
Die Fragen wiegen sicher schwer und Negroponte verfolgt mit seinem Projekt seine eigene pädagogische Vision, die z.B. dem Lehrer recht wenig Bedeutung zumisst, sondern klassisch konstruktivistisch das Selbstlernen in den Vordergrund stellt. Daher ist es für ihn konsequent in Notebooks statt in Lehrerfortbildungen zu investieren.
Ob die gesteckten Ziele erreicht werden, bzw. wie man den Erfolg überhaupt "messen" möchte, wird sich erst im breiten Einsatz zeigen.
Man muss eben einfach den Mut haben und es probieren und gleichzeitig ist Negroponte ja auch nicht angetreten, die Welt zu retten sondern Notebooks sind ein Teil von vielen Aktivitiäten und auf jeden Fall eine viel handfestere Unterstützung als das ewig nervende "Wir wollen nur deine Stimme gegen Armut", das real zu keiner einzigen Änderung führt.
Ovid