
Die BBC hat gelogen, und zwar über die Queen! Das geht zu weit, der Sender klagt sich selbst an und gibt sich bekehrt zur absoluten Ehrlichkeit bei der TV-Berichterstattung.
Enthüllungsjournalismus pur: BBC-Moderatoren und Kommentatoren berichten in zahlreichen Sendungen über die finsteren Machenschaften ... bei der BBC. Selbstbezichtigungen, demütige Entschuldigungen und der Aufruf im TV, alle Mitarbeiter und Zuschauer mögen unehrliche oder falsche Berichterstattung melden. Eine wundersame Bekehrung und Läuterung der britischen Fernsehmacher?
Nein, eine nicht chronologische Schnittfolge in einem Trailer für die Dokumentation "Ein Jahr mit der Queen". Was jeder Anfänger im Metier der bewegten Bilder weiß: Filme kann (und muss man meist) schneiden. Dadurch kann man aber auch schonmal Ursache und Wirkung umkehren. Und das ist einer Produktionsfirma passiert, die die Doku für die BBC fertigen sollte.
Ergebnis: Auf die Frage, ob sie ihre Krone für ein Filmportrait kurz absetzen würde, reagiert die Queen kategorisch. Danach zeigt der Trailer ihren zügigen Abgang im Kreise ihrer Begleiter. Die Queen also brüskiert und pflichtvergessen? Im Gegenteil, der Abgang war in Wirklichkeit der zügig pflichtbewusste Weg zum Interview, nach der Frage gings normal und royal weiter ohne den Hauch eines Verlustes königlicher Würde.
Doch wenn's um die Queen geht, verstehen die Briten keinen Spaß und so kriecht die BBC nun brav zu Kreuze und zieht dabei gleich noch gegen jegliche fehlerhafte Berichterstattung im TV (zumindest im eigenen Haus) zu Felde. Das wär ja mal eine Überraschung, wenn wir demnächst alles glauben könnten, was im Fernsehen läuft...
Bericht zu den Ereignissen bei der BBC
Mediathek des ZDF, heute-journal vom 13.07.2007
Werner Mitsch