Konsequenterweise findet sich der Artikel von Hans-Volkmar Findeisen
auch in der Beilage Reisen in der aktuellen ZEIT. Erfreulicherweise ist
dieser Artikel aber auch momentan komplett online einsehbar - in den
Zeiten von E-paper ja schon fast die lobenswerte Ausnahme.
Aber zum
Inhalt: Findeisen betrachtet Flusser als Reisenden und verbindet
Erzählungen und kleine Anekdoten über Vilem Flusser und seine Frau
Edith mit einem Bericht über Südtirol.
So finden sich in dem Artikel neben Informationen über das Reiseland viele Absätze über Flusser und seine Weltsicht:
"Flusser
besaß keinen Führerschein. Weder konnte er mit einem Computer noch
professionell mit einem Fotoapparat umgehen. Aber er ist als
Computerphilosoph und als Autor einer Schrift zur Philosophie der
Fotografie in die jüngere Mediengeschichte eingegangen. Edith
fotografierte viel. Das Auto hat Flusser benutzt wie eine Kamera. Beide
Apparate erlauben es dem Benutzer, mit Perspektiven zu spielen und die
Vorgaben der Technik gelegentlich zu hintergehen. Seine Eindrücke hat
Flusser sogleich in die Schreibmaschine gehämmert und eine Flut
phänomenologischer Skizzen und Essays produziert. Mit den Apparaten
gegen die Apparate zu spielen, darin sah er die einzige Chance."
Zwischenzeitlich hat man allerdings den Eindruck, dass der Autor sich
nicht ganz entscheiden konnte, ob er nun Werbung für das Reiseland
machen möchte (muss) oder nicht doch viel lieber ein Essay über Flusser
geschrieben hätte.
Dem Artikel tut dies keinen Abbruch, es werden
beide Seiten bedient und der Flusser-Freund kann einmal einen neuen
Blick auf den Philosophen werfen - und im nächsten Urlaub vielleicht am
Ofenpass auf Spurensuche gehen.
Den ganzen Artikel gibt es hier:
http://www.zeit.de/2004/12/Passagen-Alpen
Wau Holland