
Goldgräberstimmung im Web. Nach dem Platzen der IT Blase scheint es im wieder möglich, aus dem Nichts Millionen zu machen - mit der richtigen Idee. YouTube, MySpace und zuletzt studiVZ gingen für viel Geld an große Unternehmen, die sich den Zugriff auf klar definierte, potente Konsumgruppen versprechen. Aber: Sind denn wirklich alle so aktive Netizens? Eine auf dem Kongress des Chaos Computer Clubs vorgestellte Auswertung geht von ca. 50% Karteileichen aus.
"Vier Stunden benötigte Hagen Fritsch Anfang Dezember, um sich mit einem Netzwerk aus zehn Computern durch die Webseite von StudiVZ.net zu wühlen. Dabei sammelte er mit Hilfe eines selbstgeschriebenen Skripts diverse – zu diesem Zeitpunkt noch frei zugängliche – Informationen über die Nutzer des Studentennetzwerks: Studienrichtung, Hochschule, Geschlecht, politische Orientierung, Interessen. Alles Daten, für die keine Zugangskennung nötig war. Einige stellte Fritsch in Relation und präsentierte die Grafiken beim 23. Hackerkongress des Chaos Computer Club kurz vor Silvester in Berlin.
„Das Gelächter im Publikum ging schon los, als die erste Grafik zu sehen war“, sagt Fritsch. Grund dafür war seine Verknüpfung der Mitgliederzahl mit den Studiengängen: „Eine unrealistsch große Gruppe hat als Studienfach Wirtschaftswissenschaften/BWL/VWL angegeben.“ Fast 200.000 Mitglieder studieren demnach eines der Fächer als Haupt- oder Nebenfach. Tatsächlich sei die Zahl der BWL-Studenten an den Unis deutlich geringer als bei StudiVZ, so Fritsch."
Lesen Sie den ganzen Artikel Millionen für Karteileichen in der Online- Ausgabe der Süddeutschen Zeitung
Und hier ist die Auswertung von Hagen Fritsch: http://studivz.irgendwo.org/
Muriel Rukeyser