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Söldner, Legionäre und Freelancer

Söldner, Legionäre und Freelancer

31.12.2006

Im Aufmacherartikel der Sektion "Beruf und Chance", deren Titel irgendwie an das Diktum "Scheitern als Chance" erinnert, behauptet Ralf Nöcker mal wieder das Märchen von dem Ende der Festanstellung,  erzählt uns von Job-Nomaden, Söldnern der Arbeitswelt, Freelancertum, Ich-AGs, Selbstvermarktung, vom Unternehmen zum Netzwerk, Arbeitsmarkt 2.0, usw., zitiert als prototypisches Beispiel eines losen Zusammenschlusses von Akteuren, die sich mit ihren je spezifischen Fähigkeiten immer für die begrenzte Dauer eines Projektes zu einem Team zusammenschließen, um danach in das über mehr oder weniger verbindliche Kommunikation sich konstituierende Netzwerk abzutauchen, die ZIA, aus deren Umfeld das Konzept der "digitalen Boheme" sich rekrutiert.

Die Behauptung des Artikels und der "Trendforscher": Sämtliche Tätigkeiten, die sich wiederholen lassen, werden über kurz oder lang an Maschinen delegiert oder ins Ausland verlagert. In Hochlohnländern verbleiben allein Tätigkeiten außerhalb von Routine. Damit wächst der Bedarf an kreativen Wissensarbeitern erheblich. Die Kernbelegschaften der Unternehmen schrumpfen, die flexiblen Randbelegschaften gewinnen an Bedeutung. Projektarbeit nimmt zu. Die Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit verschwimmen zunehmend."

Das typische an diesen Analysen ist aber nicht deren Erkenntnis, sondern der Vorgang, das die zumeist studierten Autoren solcher Artikel ihre, aus der Selbstbetrachtung und ihrem Umfeld sich rekrutierenden Ansichten verallgemeinern und ihr Ego derart aufblasen, dass sie ihre privaten Erfahrungen für  ein autentisches Abbild gesellschaftlicher Entwicklung im Ganzen halten und in der Tatsache, dass sie mit 35 noch nicht verheiratet oder Eltern sind, ebenso Trends erkennen, wie in dem Umstand, dass sie freiberuflich tätig sind.

Dabei wird immer wieder vergessen, dass es nicht nur Magisterstudierte Laptopbewehrte Kaffeehausbesucher gibt, sondern auch Friseusen, Dachdecker, Fliesenleger, Taxifahrer, Gärtner, Stewardessen, KFZ-Meister, etc. die alle nach ihrem Schulabschluss eine Ausbildung absolviert, mit Anfang/Mitte 20 fertig, Ende zwanzig verheiratet und Eltern und Anfang/Mitte 30 Hausbesitzer waren.

Lesen Sie den ganzen Artikel Die Zukunft gehört den Einzelkämpfern in der Online-Ausgabe der FAZ.

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