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reticon Bildung und Neue Medien
reticon - Bildung und Neue Medien

Zentrum für Kunst und Medientechnologie

reticon-Report von Martin Ragg -- [13.03.2004]reticon-Report

Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM)
Lorenzstraße 19
76135 Karlsruhe
Öffnungszeiten:
    · Mi - Fr 10 - 18 Uhr
    · Sa - So 11 - 18 Uhr
    · Mo + Di geschlossen
http://www.zkm.de
Das ZKM in Karlsruhe ist eine einzigartige Einrichtung. Hier wird sich sowohl in Theorie wie in der Praxis mit den sogenannten neuen Medien auseinandergesetzt. Das ZKM ist mitten in Karlsruhe in einem großen modernen Bau untergebracht.
Insgesamt ist es eine Sammlung verschiedener Museen und Institutionen unter einem Dach.
Wir haben für Sie das Medienmuseum und die aktuellen Videoinstallationen besucht.
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Das Medienmuseum erstreckt sich über mehrere Etagen, die im Wesentlichen zwei Bereiche abdecken. Im ersten und zweiten Stockwerk trifft der Besucher auf unterschiedliche Installationen und Kunstwerke, die neue Medien aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Hier handelt es sich sehr häufig um interaktive Kunst, d.h. die Besucher werden auf kreative Weise mit Hilfe der Möglichkeiten der Medien in das Kunstwerk miteinbezogen.
Im Erdgeschoss findet man eher Videoinstallationen, die einen Blick in aktuelle Videokunst geben.

Im Folgenden möchte ich Ihnen anhand der Beschreibung einiger Installationen Lust auf einen eigenen Besuch machen.
Das wirklich Faszinierende am Medienmuseum ist die Möglichkeit der Interaktivität. Diese ist allerdings nicht immer offensichtlich, sondern der Besucher hat die Möglichkeit, sich Werke selbst zu erobern. So ist auch aus den Objektbeschreibungen nicht immer direkt ersichtlich, wie ein Objekt reagiert, ob es überhaupt die Möglichkeit der Beeinflussung gibt.
Im Bild links sehen beispielsweise das Ergebnis eines Handscanners. Hier können Besucher Ihre Hand selbst einscannen. In einer dreidimensionalen Darstellung werden dann die "Handlinien" projeziert. Interaktiv wird das Objekt dadurch, dass es Beziehungen zwischen den Händen der Besucher herstellt und so ein abstraktes sich immer wieder änderndes Gesamtkunstwerk erstellt.
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Bei dem hier fotografierten Tisch handelt es sich nur um einen Teil des Objekts. In einem anderen Teil der Ausstellung gibt es einen ähnlichen Tisch. Mittels Video- und Audioübertragung werden virtuell Besucher an einem gemeinsamen Tisch versammelt und können sich miteinander austauschen.

Auf dieser Fotografie sehen Sie eine Installation, die bei allen Besuchern Erstaunen und im Folgenden Spaß erzeugt hat (besonders für Kinder). Mittels eines Beamers werden Seifenblasen an eine Wand projeziert. Auf den ersten Blick nichts weltbewegendes: Tritt der Besucher aber zwischen Beamer und Leinwand, kann er mit seinem Schatten, den er nun auf die Wand wirft, mit den Seifenblasen spielen und diese schubsen, zerplatzen lassen und sie sich auch mit anderen Besuchern zuspielen.reticon-Report

Das Museum bietet so an sehr vielen Stellen Überraschendes. Man ist aber nach kurzer Zeit auch davon überzeugt, dass jedes Objekt interaktiv sein muss - quasi eine Grundannahme, die aber ab und an auch in die Irre führen kann.
Der Aspekt Interaktivität, Mitmachen und damit auch Mitgestalten, bringt eine Form der Spannung mit, die man sonst selten in Museen erlebt. So wird dieser Museumsbesuch sehr kurzweilig und bietet auch Kindern jede Menge Erfahrungen und Anlässe über Medien nachzudenken.

Gegenüber der kurzweiligen oberen Etagen, trifft man im Erdgeschoss auf eine ganz andere Form von Kunst. Hier werden momentan verschiedene Videoinstallationen präsentiert. Diese sind eher in das klassische Segment der Videokunst einzuordnen.
Für den Besucher, der quasi aus der Interaktivität hinabsteigt in die Videokunst ist dies zuerst verwirrend und insgesamt ein schwieriger Übergang. War man doch gewohnt, dass man überall mit aktiv werden konnte - so ist man jetzt in erster Linie Rezipient.
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Man nimmt passiv unterschiedliche Formen von Videos auf. Manche mit Ton, manche in Farbe - und dies in allen Variationen.
Manchmal muss man Multitasking spielen und 7 Monitore gleichzeitig im Blick haben. Des öfteren sucht man nach einem Sinn und ist auf der Spur einer stringenten Handlung, die sich am Schluss dann doch wieder in Nichts auflöst. Der Besucht hier ist ungleich anstrengender, es wird einem nichts einfach überlassen.
Manche Installationen sind dann auch akkustisch nur schwer zu ertragen - teilweise so laut, dass man um seine Hörfähigkeit zu erhalten, doch lieber zu nächsten Installation weiterzieht.

Insgesamt ist ein Besuch des ZKM in Karlsruhe nur zu empfehlen. Wenn auch die Videoinstallationen im Erdgeschoss vielleicht nicht jedermanns Sache sind, so lohnt sich allein der Besuch des Medienmuseums. Hier werden interaktive Installationen auf dem höchsten Niveau der Medientechnik geboten. Und Gott sei Dank sind dies nicht Installationen, die nur der Technik frönen, sondern die darüberhinaus Botschaften haben.
Wer in Karlsruhe vorbeikommt, sollte die Chance nutzen und dem ZKM eine Besuch abstatten.
Zum Schluss noch einen herzlichen Dank an das ZKM selbst, das uns freundlicherweise genehmigte, in den Räumlichkeiten des Medienmuseum zu fotografieren.

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