Wie schön, wenn sich Dutzende von Journalisten auf das Thema stürzen. Zuerst darf die Schlagzeilenabteilung ran - wann findet man schon einmal kiloweise Heroin am Strand (durchaus nicht so selten würden die Inselbewohner sagen, aber das darf jetzt nicht zählen).
BILD führt natürlich, auf "Wer ist der Sylter Schneekönig?" ist sonst niemand gekommen.
Dass Deutschlands Medien gerade im Online-Bereich "differenziert" arbeiten - mag nachfolgender Screenshot verdeutlichen.
Bei vielen Zeitungen besteht ein Großteil der Meldungen schlicht aus der Übernahme der Tickermeldungen von dpa, ddp und Konsorten. Sicherlich gut bezahlt und nicht verwerflich, so kann man eben viel "Content" mit wenig Redaktionspersonal produzieren.
Dass manches dann aber auch durcheinandergeht, wenn selbst geschrieben wird, sieht man dieses Wochenende besonders bei der Verwendung von Zahlen.
Auf der einen Seite schwankt die Kiloangabe des Heroinfundes von 22 über 24, 24,5, 30 bis hin zu 35 Kilogramm.
Und auch beim Preis für Koks sind sich die Journalisten uneinig: 1,1 Millionen Euro, 1,75 Millionen Euro bis hin zu 12,5 Millionen Euro.
Liegt sicher daran, dass die Päckchen nacheinander gefunden wurde und so das Durcheinander entsteht - im Fazit sind sich alle einig: Tolle Geschichte, viel Koks, richtig teuer. So schön kann Journalismus sein, zurück in die angeschlossenen Funkstudios.
Arnobius der Jüngere