
Die GEZ-Gebühren werden erhöht, die öffentlich-rechtlichen Anstalten jubilieren gemeinsam vereint im Schmerz.
Das Abendland geht unter, die Gebührenerhöhung ist zu gering, die
Einsparungen werden schmerzlich ausfallen. Menschen werden entlassen,
die Programmqualität wird leiden - die Republik zittert.
Doch dann
sonntags einfach einmal ins Kino gegangen. Nach dem obligatorischen 30
Minuten-Werbeblock ist ersteinmal Verwirrung angesagt.
Fünf Spots
finanziert aus "meinen" GEZ-Geldern. Dann geht es denen doch nicht so
schlecht, oder wollten sie sich verabschieden?
Der WDR dankt brav für die Gebühren, praktischerweise mit der Maus und dem Elefanten. Das ist nett, das kommt an.
Dann macht die ARD Werbung für die neue 1900-Sendung. Kaum einer bemerkt, dass es sich um eine Sendung der ARD handelt.
Eins-Live kommt direkt zweimal zum Zuge. Da wird die Zukunft der Musik gefördert, das ist auch gut.
Dazwischen der pädagogische Zeigefinger der GEZ.
5 Spots finanziert aus Gebührengeldern - und das war nur das Erlebnis
eines kleinen Kinofilms in Bad Godesberg. Kurz kam die Frage auf, was
es wohl kostet, einen Spot im Kino zu schalten - aber egal, der
Hauptfilm startet endlich.
Falls demnächst noch einmal
jammernde Intendanten sich über zu geringe GEZ-Gebühren beklagen.
Jenseits aller Häme und sicherlich schmerzlichen Einsparungen, wirkt
das ganze glaubwürdiger, wenn man nicht parallel von Werbekampagnen
überfahren wird.
Janusz Korczak