Denn wer kennt es nicht? Nach einem langen, harten Arbeitstag werden
schnell noch ein paar Dinge erledigt, welche eigentlich schon längst
hätten erledigt sein müssen. Darunter auch ein paar Briefe, die man
morgen früh noch kurz am Briefkasten einwerfen möchte. Nach dem
Schreiben der selbigen und dem Eintüten kommt es unweigerlich zur
üblichen "Eigentlich müsste ich noch welche haben" Suche. Die
Briefmarke! Natürlich hat man keine mehr, denn die letzte wurde für den
Danksbrief an Tante Erma(88) verbraucht. In Zeiten wo man täglich
mehrere duzend Emails verschickt fragt man sich sowieso warum dies
nicht alles einfacher geht. Und endlich hat die Deutsche Post AG ein
einsehen mit uns. Sie gibt uns eine Software in die Hand, mit der wir
zu jeder Zeit unsere eigenen Briefmarken drucken können. Ein Segen für
die Menschheit!
Also ab auf die Webseite der Post - schließlich
"Leben wir Online". Schnell ist der Online Shop "eFiliale" gefunden.
Direkt auf der Startseite springt uns eine nette Dame ins Auge, welche
die Software anpreist. Der kurze Text wird überflogen - wir wissen ja
schließlich was wir wollen! - und bei STAMPIT Home eine eins
eingetragen. Super man bekommt für nur 14.50 EUR die Software incl. 5
EUR Portoguthaben! Es geht direkt weiter zur Kasse, denn Zeit ist Geld
und wir haben von beidem immer weniger. Eine Liste mit dem virtuellen
Warenkorb erscheint. Wie gewünscht wird die Software aufgeführt. Nach
mehrfachen Lesen der Liste hat man dann auch verstanden, was sie uns
wirklich sagen wollen. Denn es sind drei Punkte aufgeführt! Einmal
"STAMPIT HOME PC-Software" für 14,50 EUR, dann "STAMPIT HOME
PC-Frankiersoftware - Porto" für 5 EUR und schließlich "STAMPIT HOME
PC-Frankiersoftware - CD-ROM-Paket" für 9,50 EUR. Das macht zwar
zusammen 29,00 EUR, aber die Endsumme kommt mit Versandkosten (1,95
EUR) auf nur insgesamt 16,45 EUR. Die Post wollte also lieb zu uns sein
und listet haarklein alles auf, was wir geliefert bekommen. Wir stellen
uns da lieber nicht die Frage, was passiert wenn man 500 Briefumschläge
bestellen möchte. Also weiter geht es mit einem beherzten Klick auf
Weiter. Doch als Resultat erhält man nur wieder die Auflistung. OK,
vielleicht doch nicht richtig gedrückt - also noch mal auf Weiter. Und
jetzt fällt es einem auf, was schon die ganze Zeit in roter Farbe über
den Wartenkorb stand: "Sie haben den Mindestbestellwert von 20,00 Euro
noch nicht erreicht." Wieso sollte ich auch, denn schließlich wollte
ich nur die Software haben (und die 5 EUR Porto als Geschenk).
Ob die Software noch erfolgreich bestellt werden kann, erfahren Sie im zweiten Teil auf der nächsten Seite.
John Osborne