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Urheberrecht und Open Access

reticon-Report von Martin Ragg -- [14.11.2004]reticon-Report

Seit mehreren Jahren wird intensiv darüber diskutiert. Wir sind auf dem Weg in die Wissens- und Informationsgesellschaft. Noch nie waren Informationen und Wissen so bedeutend wie in unserer heutigen Gesellschaft.
Mit dieser größer werdenden Bedeutung von Informationen wird auch der Zugang und die Zugänglichkeit von Informationen wichtiger.
Informationen werden immer mehr zu einer Ware. Je bedeutender die Information und je exklusiver der Zugang, desto höher der Preis.

Von dieser Entwicklung können gerade Universitätsbibliotheken ein Lied singen. Die Preise für Fachzeitschriften steigen und die Etats der Bibliotheken können nicht mehr mithalten. Forschungsergebnisse sind gerade für Verlage und Zeitschriften eine wichtige Einnahmequelle - auf der anderen Seite sind gerade für junge Wissenschaftler Publikationen in eben diesen Zeitschriften überlebenswichtig.
Vielerorts führt dies zu teilweise absurden Situationen. Da werden beispielsweise Forschungsergebnisse, finanziert mit öffentlichem Geld, teuer an spezialisierte Verlage verkauft. Die uni-eigene Bibliothek kauft dann die veröffentlichten Ergebnisse in Form einer Zeitschrift wieder ein - wiederum aus finanziert aus öffentlichen Geldern.

Unter dem Begriff Open Access wird jetzt diskutiert, ob Forschungen, die öffentlich finanziert sind, die Ergebnisse nicht auch öffentlich zugänglich sein sollten.
In diesem Zusammenhang soll auch das Urheberrecht - gerade für Professoren - geändert werden. Diese sollen verpflichtet werden, Forschungsergebnisse zunächst der eigenen Uni anzubieten.
Dieser Ansatz sieht auf den ersten Blick vielversprechend aus, dient aber letztlich momentan der Patentierbarkeit. Die Uni soll entscheiden, ob und wie sie die  Forschungsergebnisse nutzt  und damit letztendlich Geld verdient. Öffentlich zugänglich ist hier noch nichts.

Viele Dinge sind schon in diesem Sinne im Arbeitnehmererfindungsgesetz  geregelt
(s. Link). Diese Regelungen werden nun für auch für das Urheberrecht diskutiert.  Es bleibt also noch ein weiter Weg bis zum Open Access. Und vielleicht bleibt dieser auch ein idealistischer Wunschtraum. Angesichts knapper Kassen, vieler Drittmittelprojekte, wo oft Forschung gemischt finanziert wird und die Auftraggebern aus der Wirtschaft an einem Open Access der Ergebnisse sicher kein Interesse haben.
Patente und Closed Access behindern oft Weiterentwicklungen, sichern auf der anderen Seite aber natürlich auch das Überleben des Patentinhabers. Global gesehen ist die momentane Entwicklung aber auch eine Festigung der Position der reichen Länder und das konsequente Ausschließen z.B. dritter Weltstaaten von der weiteren Entwicklung.
reticon-Report

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