Von Anekdoten aus den Anfängen des Telelernens bis zum state of the art aktueller blended learning Szenarien erläuterte er den Zuhörern einfach und verständlich Voraussetzungen, Methoden und Einsatzmöglichkeiten verschiedenster hybrider Lernsettings. Dabei verdeutlichte Ihm die Schwierigkeiten bei der Einführung von e-learning am Beispiel der Armbanduhr: Bis man sich daran gewöhnt hat, diese am anderen Arm zu tragen, braucht es meist zwei Monate; bei e-learning hingegen dachte man lange, es müsse nur ein elektronischer Schalter umgelegt werden, damit es funktioniert... Christian Hasiewicz von der Bertelsmann Stiftung schilderte beispielhaft Anwendungsszenarien und Vorhaben zum erfolgreichen Einsatz von e- learning. Im Projekt bibweb wurden Bibliothekare in der Internet- Nutzung fortgebildet, sie bewerteten die Methode klar besser als Praxisseminare. oekonomische- bildung-online richtet sich an Lehrkräfte und Schüler, die statt Schulbuch mittels Web mehr über Wirtschaft erfahren wollen. Schließlich stellte Hasiewicz das noch junge Projekt e- teaching@university in Kooperation mit dem Land NRW vor, in dessen Rahmen alle Lehrenden der Pilothochschulen Duisburg, Essen und Wuppertal rund um den Einsatz der Neuen Medien persönlich beraten werden und in dessen Verlauf ein internationales Portal zum e- learning an Hochschulen entsteht (www.e-teaching.org). Nach einer Ausstellung bekannter Anbieter rund um das Themenfeld sowie von interessanten Hochschulinitiativen folgten nachmittags Vorträge in zwei parallelen Panels, so dass die Zuhörer sich ihr Veranstaltungsprogramm passgenau zusammen stellen konnten. Die Referenten berichteten u.a. zu gängigen Lernplattformen und einer Orientierung im Dschungel der Anbieter (C. Bruns, time4you), alex - active learning & knowledge exchange (Prof. Dr. M. Marmann, FH Düsseldorf); es wurde Live-Learning in einem virtuellen Klassenraum (R. Schwinger, netucate) ebenso vorgeführt wie Nutzungsszenarien in Lerninformationssystemen (Dr. M. Heydthausen, Uni Düsseldorf). Rege wechselten die Teilnehmer zwischen diesen eher technischen Veranstaltungen und den inhaltlichen Parallelvorträgen zu Contententwicklung - versteckte Unternehmensberatung (M. Bürgel, agentur standard!), Strategien - Anforderungen - Szenarien im e- learning an Hochschulen (C. Bremer, Uni Frankfurt), economics.nrw, einer Online-Fortbildung für den Ökonomie-Unterricht (S. Schilling, Klett) und der Selbstlernplattform Abitur Online (T. Schmidt, Klett, und A. Graupe, Cornelsen). Prof. Dr. Jo Groebel schloss den Tag mit einem Ausblick auf Entwicklungen des e-learning in Europa. Die Teilnehmer hatten dank vielfacher Nachfragen und Austauschmöglichkeiten in den Pausen zum größten Teil ihre differenzierte Sichtweise gefunden, wo die Visionen von "virtuellem Lernen" überzeugen konnten und wo nicht. Der Kongress bot einen gelungenen Auftakt in die absolut notwendige regionale und überregionale Vernetzung aller Beteiligten in Sachen e-learning, die Ergebnisse erscheinen in einigen Wochen als Tagungsband.
Theodor W. Adorno