Derzeit lässt uns Pro7 mit vielen Trailern auf das "Fernsehereignis" der nächsten Woche einstimmen. Unter dem Titel "Tsunami" gibt es ein Actionspektakel in dem Sylt von einer Riesenwelle bedroht wird.
Ursprünglich war der Film zur Ausstrahlung im Frühjahr vorgesehen, die Science-Fiction wurde dann aber von der Tsunami-Katastrophe in Südost-Asien eingeholt und man entschloss sich bei Pro7 den Sendetermin zu verschieben.
Fairerweise muss man sagen, dass der Film schon abgedreht war, als die reale Katastrophe passierte - also diesmal kein Drehbuch, das nachträglich erst entstand. Wenn dies aber natürlich auf den ersten Blick so erscheint.
Auch beim Titel scheint man bei Pro7 etwas entspannter zu Werk zu gehen. Hieß der Film im Januar wohl noch "Tsunami - Die Killerwelle" (vgl. Spiegel-Online), so ist er jetzt schlicht mit "Tsunami" im Programm, bei Amazon kann man ihn als DVD vorbestellen unter dem Titel "Tsunami - Terror in der Nordsee".
Auf wie viel Zustimmung der Film triff, bleibt abzuwarten. Nach einer repräsentativen Umfrage von TV-Movie finden 40 Prozent die Ausstrahlung geschmacklos - an der Nordseeküste sind es über die Hälfte ("Tsunami"-Film: 40 Prozent finden Ausstrahlung geschmacklos").
Der Film selbst soll nach ersten Kritiken dann mehr aus Spezialeffekten als aus einer großen Geschichte bestehen - also eher etwas für die Action-Fans.
Und nebenbei bemerkt, das zwiespältige Gefühl stellt sich auch ein, wenn man einmal auf prosieben.de nach "tsunami" sucht. Die linke Seite liefert die Treffer der Site prosieben.de und da dreht sich alles um den Film (Galileo mit einem Special etc.). Die linke Seite liefert die Treffer aus dem Web, der erste ist Tsunami-Kindernothilfe, dann zweimal ebay-Angebote zu Tsunami (so makaber können dann auch automatisierte Abfragen sein), dann zweimal Unicef usw. Und so spiegelt die Websuche das ungute Gefühlt, das einem schon beim Anschauen der Trailer beschleicht.
K. Tucholsky