Wenn also Glogauer eine Szene aus dem Spiel "MORTAL KOMBAT" (dass Glogauer den Namen falsch schreibt entspricht der Konsequenz mit der er z.B. durch Nennung falscher deutscher Titel neben Originalfilmtiteln seine Geringschätzung oder ignorante Unkenntnis gegenüber seinem Sujet zu erkennen gibt. Siehe Werner Glogauer: Gewalthaltige Medien machen Kinder und Jugendliche zu Tätern. In: Grossman/DeGaetano, S. 152, S. 154), in der eine Spielfigur der anderen das Herz herausreißt und es "noch blutend und pulsierend - mit ausgestreckter Hand" vorzeigt, als Beweis für die schädliche Wirkung dieser Spiele anführt, unterstellt er sein eigenes Entsetzen und Unverständnis gegenüber der Darstellungsweisen und dem schrägem Humor ("Macht mehr Spaß, als die Katze Deines Nachbarn zu erschießen") als Maßstab zur Beurteilung: "Wer mit den ästhetischen Konventionen einer bestimmten Schule von Gewalt- Ikonographie nicht vertraut ist, betrachtet entsprechende Werke mit quasi "pornographischem" Blick - und unterstellt diesen auch dem Stammpublikum." (Willmann, S. 131)
Über Geschmack kann man streiten: solche überzogenen "Splatter" Effekte in Spielkontexten haben für die zumeist jugendlichen Konsumenten eher komischen Effekt und werden von den Spielern entsprechend eingeordnet.
Ebenso kann man über eine
Sendung wie JACKASS auf MTV die
Stirn runzeln, bei der eine Gruppe
Skateboardfahrer und Stuntmen es
zum Sendekonzept gemacht haben,
alles auszuprobieren, wovor Eltern
in Kindertagen zurecht
zurückgehalten haben: da hält Steve-
O sein Gesicht an eine Feuerqualle
oder lässt sich in einem Jeep
tätowieren, der über einen
Hindernisparcours fährt, oder
springt in einen riesigen Haufen
Elefantenmist; Johnny Knoxville
testet verschiedene Abwehrwaffen
(Pfefferspray, Elektroschocker,
usw.) oder ein
Elektroschockhundehalsband an sich
aus. Und immer wieder fahren sie in
allen möglichen Vehikeln gegen
Wände, treten sich gegenseitig in
die Eier oder schniefen Tabasco.
Das muss man nicht komisch oder
geschmackvoll finden. Man kann sich
entgeistert fragen, was es
gesellschaftlich bedeutet, wenn so
etwas mehrheitsfähig wird. Aber
folgt daraus, dass man dies
verbieten kann, darf, soll?
Vergil