Wahrscheinlich ist es nur dem beschränkten Platz geschuldet, dass Aspekte ausbleiben wie, dass Kinder und Jugendliche keine Gedichte in der Schule mehr auswendig lernten, Schönschreiben nicht mehr benotet wird und man in der Familie keine Volkslieder mehr singt und musiziert. Überhaupt: früher war alles aus Holz!
Zur Untermauerung werden luftige Formulierungen im Stile von "... Wissenschaftler haben herausgefunden, dass....Studien zeigen immer wieder...in zahlreichen Untersuchungen wurde eindeutig bewiesen..." gewählt wie:
"Nutzungsstudien belegen den massenhaften Konsum derart indizierter Computer- und Videospiele"
Welche Studien? Mit dem Aufrufen des Begriffsfelds "Experten", "Studien", "Untersuchungen" sollen die mit diesen Begriffen verknüpften Assoziationen von Validität, Wissenschaftlichkeit und Evidenz mobilisiert werden und einen Argumentationszugewinn erwirken. Angereichert wird das dann mit Zahlen. Egal was für Zahlen, Hauptsache Zahlen. Denn Zahlen stehen für Evidenz:
"Im Durchschnitt nutzen sie über 60 Prozent von 517 befragten Hauptschülern im Alter zwischen 10 und 16 Jahren."
Wann wurden welche Hauptschüler von wem, wie befragt? Interviews? Fragebogen? Was für Fragen gab es? Was waren die zugrunde liegenden Kriterien. Zudem interessieren Zahlen, die Majoritäten abbilden. Diese stehen für Eindeutigkeit, auch wenn, das, was sie belegen wenig aussagekräftig ist (im Sinne von "50% aller Ehepartner sind weiblich!"):
"82,6 Prozent waren mit ihnen in irgendeiner Form in Kontakt gekommen."
Franz Kafka