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The usual suspects

reticon-Report von Ralf Kellershohn -- [05.09.2003]

Dies ist mit Blick auf das Niveau der wissenschaftlichen Debatte zwar ärgerlich aber nicht dramatisch. Solchermaßen geführte Debatten, die methodisch und begrifflich nicht sauber verfahren, erledigen sich durch das Regulativ der kritischen wissenschaftlichen Öffentlichkeit von selbst.

Brisant wird es aber, wenn mit Meinungen, die sich als Wissen (schaft) ausgeben und solchermaßen interpretiert werden, Politik betrieben wird. Indem einfachste Erklärungen und Reduktionen vorgenommen werden, Moralisierung betrieben und Betroffenheit erzeugt werden soll, wird in Absehung von komplexen sozialen und politischen Ursachenzusammenhängen "eine moralische Selbstentlastung wie politische Erleichterung von Herrschenden betrieben (...), die repressiven administrativen Maßnahmen Vorschub" (Heitmeyer/Hagan, S. 21) leisten. Gerade da solche Erklärungsansätze einfach und eingängig sind, finden sie weite Verbreitung und finden solche politischen Forderungen, die die entsprechend administrativen Maßnahmen fordern, ihre Mehrheit.

Glogauer mobilisiert neben dem Imitationsargument auch gesundheitliche Gründe. Er zeichnet ein Bild von vor dem Bildschirm verkümmernden Kindern, denen die Muskeln schrumpfen und das Augenlicht schwindet.
Diese dramatische Schilderung erinnert an die furiose Argumentations- und Vortragsweise antiker Anwälte, die zum Zwecke der Beindruckung des Publikums die blutgetränkten Kleider ermordeter Opfer dem Gericht unter die Nase hielten.

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reticon-Quiz

Woher kommt der Begriff "Stichprobe"?

Aus der Statistik: Ein repräsentatives Subset von Zahlen wird als Stich bezeichnet.
Aus der Erzverhüttung: Man probt den Anstich an mehreren Stellen des glühend heißen Ofens.
Aus dem Warenhandel: Man sticht mit einer Sonde in eine Lieferung und untersucht den Stich.
Vom Kartenspiel: Bei Streitigkeiten durfte ein ausgewählter Stich erneut eingesehen werden.

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Wenn keiner weiß, wo es langgeht, sollten alle wenigstens suchen dürfen.

Antje Vollmer