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The usual suspects

reticon-Report von Ralf Kellershohn -- [05.09.2003]

In der deutschen Ausgabe von "Stop teaching our kids to kill" von Lt.Col. Dave Grossman und Gloria DeGaetano ("Wer hat unseren Kindern das Töten beigebracht? Ein Aufruf gegen Gewalt im Fernsehen, Film und Computerspielen" Stuttgart 2002), in der Glogauer ergänzende Beiträge veröffentlicht, wird der Begriff "violent" durchweg mit "gewaltverherrlichend" übersetzt, was nicht nur sprachlich inkorrekt ist, sondern noch eine ganz anderen Beigeschmack bekommt, wenn man bedenkt, dass Gewaltverherrlichung ein deutscher Rechtsbegriff ist, der nach §131 ein Beschlagnahmungskriterium benennt.

Es geht bei solcher Argumentation und Darstellung darum "jeder Inszenierung von Gewalt (...) ungeachtet ihrer Bedeutung, Funktion und Aussagebezüge mindestens moralische Illegitimität zu unterstellen "wenn nicht gar ihre Legalität zu bestreiten und so dem rechtlichen Vorgehen gegen sie von vorneherein eine Plausibilitätsbasis zu geben" (Hausmanninger (2003) S. 20)

Wilhelm Heitmeyer und John Hagan sehen einen solchermaßen mit pejorativ besetzten Begriffen und Formulierungen vorgehenden Diskurs, der den vorgeblich objektiv analysierten Gegenstand immer schon be- bzw. entwertet und quasi mit gerümpfter Nase und angewidert mit den Fingerspitzen hin und herwendet, in der "Skandalisierungsfalle" (Heitmeyer/Hagan, S.21)
Zudem befindet sich ein solchermaßen praktizierter Diskurs immer schon in der "Moralisierungsfalle", bei der es nicht um Analyse geht, sondern darum, unter Bezug auf axiomatisch angesetzte Vorstellungen von "Gut" und "Böse", Betroffenheit zu erzeugen. Die Frage an den Leser, Zuhörer lautet immer: gehörst Du auch zu diesem Schund? Bist Du nicht auch Teil der anständigen Bevölkerung?
Dass die hierbei vorgetragenen Argumente und Beweise auch in der "Reduktionsfalle" sind, bei der einfachste Erklärungen für komplexe Phänomene vorgenommen werden, liegt auf der Hand.

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