In der deutschen Ausgabe von "Stop teaching our kids to kill" von Lt.Col. Dave Grossman und Gloria DeGaetano ("Wer hat unseren Kindern das Töten beigebracht? Ein Aufruf gegen Gewalt im Fernsehen, Film und Computerspielen" Stuttgart 2002), in der Glogauer ergänzende Beiträge veröffentlicht, wird der Begriff "violent" durchweg mit "gewaltverherrlichend" übersetzt, was nicht nur sprachlich inkorrekt ist, sondern noch eine ganz anderen Beigeschmack bekommt, wenn man bedenkt, dass Gewaltverherrlichung ein deutscher Rechtsbegriff ist, der nach §131 ein Beschlagnahmungskriterium benennt.
Es geht bei solcher Argumentation und Darstellung darum "jeder Inszenierung von Gewalt (...) ungeachtet ihrer Bedeutung, Funktion und Aussagebezüge mindestens moralische Illegitimität zu unterstellen "wenn nicht gar ihre Legalität zu bestreiten und so dem rechtlichen Vorgehen gegen sie von vorneherein eine Plausibilitätsbasis zu geben" (Hausmanninger (2003) S. 20)
Wilhelm Heitmeyer und John Hagan
sehen einen solchermaßen mit
pejorativ besetzten Begriffen und
Formulierungen vorgehenden Diskurs,
der den vorgeblich objektiv
analysierten Gegenstand immer schon
be- bzw. entwertet und quasi mit
gerümpfter Nase und angewidert mit
den Fingerspitzen hin und
herwendet, in der
"Skandalisierungsfalle"
(Heitmeyer/Hagan, S.21)
Zudem
befindet sich ein solchermaßen
praktizierter Diskurs immer schon
in der
"Moralisierungsfalle", bei
der es nicht um Analyse geht,
sondern darum, unter Bezug auf
axiomatisch angesetzte
Vorstellungen von "Gut" und "Böse",
Betroffenheit zu erzeugen. Die
Frage an den Leser, Zuhörer lautet
immer: gehörst Du auch zu diesem
Schund? Bist Du nicht auch Teil der
anständigen Bevölkerung?
Dass
die hierbei vorgetragenen Argumente
und Beweise auch in der
"Reduktionsfalle" sind, bei
der einfachste Erklärungen für
komplexe Phänomene vorgenommen
werden, liegt auf der Hand.
König Edward III.