Wäre eine solche
Wirkungsübertragung möglich, würden
sich Werbeunternehmen und Politiker
die Hände reiben: jede Bierreklame
und jeder Wahlwerbespot würde auf
einen schutzlosen, unkritisch
übernehmenden Rezipienten treffen,
in den sich die Botschaften
einschreiben wie in eine
Wachstafel.
Die von Glogauer
hier fortgeschriebene STIMULUS-
RESPONSE-These ist mittlerweile
ebenso überholt, wie gegenteilige
Annahmen, die davon ausgingen, dass
Gewaltdarstellungen völlig
wirkungslos oder gar kathartisch
seien, also gewalttätiges Verhalten
reduzieren, da es beim
Mediengewaltkonsum zu einer
Aggressionsabfuhr käme. (Siehe
hierzu Ladas (2002), S.62ff.,
Kunczik (1998) S.61ff.)
Wenn man das Ende des Artikels liest, wird deutlich, dass es Glogauer nicht um wissenschaftliche Analyse, Klärung des Sachverhaltes geht. Dieser ist für ihn immer schon geklärt und so ist er immer schon bei den politischen Konsequenzen. Glogauer lobt das glückliche Bayern, wo "von allen Abgeordneten der drei Parteien" (eine Formulierung, die dies als Koalition der Vernunft, Moral, Sitte & Anstand definiert, im Unterschied zu den fahrlässigen Menschen mit ihrer laschen Haltung gegenüber den Wirkungen von Mediengewalt und ihren Wischi- Waschi-Bedenken) entsprechende Gesetzesverschärfungen verabschiedet wurden.
Marquis de Vauvenargues