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reticon Bildung und Neue Medien
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The usual suspects

reticon-Report von Ralf Kellershohn -- [05.09.2003]

Um dies noch mal zu verdeutlichen. Es wird hier nicht die Ansicht der völligen Harmlosigkeit bestimmter Medien, Inhalte und Darstellungsformen vertreten. Es gibt Inhalte, vor denen Kinder und Jugendliche zu schützen sind, da diese die Entwicklung einer stabilen Persönlichkeit mit eigenständiger sittlicher, moralischer und ästhetischer Urteilsfähigkeit gefährden. Es gibt weiterhin Medien, Inhalte und Darstellungsformen, die per se zu verbieten sind, da sie z.B. den Holocaust leugnen, den Tatbestand der Volksverhetzung, Aufruf zum Rassenhass oder Kinderpornographie erfüllen.

Wer sich aber wie Glogauer den Luxus eines differenzierten Umgangs mit Gewalt in Medien nicht leisten will, weil ihm Gewaltdarstellung und deren Konsum in welcher Form auch immer per se abartig oder wenigstens suspekt sind, der schüttet das Kind mit dem Bade aus. Die Bundesprüfstelle versucht durch eine komplexe Gremienstruktur und differenzierte Verfahrenspraxis ihren heiklen Auftrag auf der Grenze von Jugendschutz und Zensur zu erfüllen. Schützenhilfe solcher Art macht ihr die Arbeit nicht leichter.

Ralf Kellershohn

Literatur:

Siehe zum Thema auch die Buchrezensionen auf reticon:

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