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reticon Bildung und Neue Medien
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Spaßbremse 2.0

reticon-Report von Ralf Kellershohn -- [17.02.2007]

Wir freuen uns immer wieder, Artikel in der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung zu finden, die es in der Print-Ausgabe (so) nicht gibt. Z.B. die Reihe "Das Leben der Anderen", in der Perlen von You Tube vorgestellt und mal mit heiligem Ernst analysiert, mal scherzhaft vorgestellt werden.

Auch die BUs, wie es in Journalistensprech heißt, also die Bildunterschriften der meist viel umfassenderen Bildgalerien der Online-Ausgabe zu Veranstaltungen, padon: Events, wie der Bambi-Verleihung oder Berlinale scheinen auch von alkoholisierten Abiturienten geschrieben zu werden. Das ist zumeist witzig, auf jeden Fall kurzweilig. von der Bambi-Bagage oder von den der dunklen Seite der Macht der Mitgröl- und Schunkelmusik verfallenen ehemaligen Indi-Pop-Hoffnung Sportfreunde Stiller die Rede und Zeit für Nachwuchsjournalistenbashing ist auch.

In diesen Texten und Beiträgen nähert sich SZ-Online sehr stark an die private Seite des Netzes an, bei der man sich mit einem "Kuck mal,w as ich hier witziges gefunden (oder: geschickt bekommen) habe!" mehr oder weniger lustige Inhalte zugänglich macht. Während Zeitungen oder Fernsehsendungen gestelzte, "Blog" genannte, jedoch alternative Foren nur vortäuschende Corporate-Writing-Enklaven auf ihren offiziellen Webseiten einrichten, hat die SZ einfach leise eine andere Form des Schreibens eingerichtet und in ihren Webauftritt integriert. Das bekommen einige Leser nicht mit, bzw. erkennen offensichtlich nicht den besonderen Charakter der Beiträge.

So hat der seinem journalistischem Beruf grundsätzlich sehr ernsthaft nachgehende Bernd Graff ein Video von Niels Ruf entdeckt, das ihn schlichtweg begeistert hat. Diese Begeisterung gibt er in seinem Beitrag ganz unjournalistisch, sondern recht blogerig zum Besten. Das verstehen einige Leser nicht  und schreiben Zeter-Kommentare, beklagen darin den Verfall des Journalismus, um sich dann mit Verve auf dem virtuellen Absatz umzudrehen, die Federboa entrüstet über die Schulter zu werfen und davon zu rauschen...

"Kein Humor, des Arschloch" (Gerd Polt)

Das einer der Motz-Kommentaristen sich "Schachfanatiker" nennt ist ... na ja...sagen wir mal so: In der TITANIC stünde dies in der Rubrik "Briefe an die Leser" unter der Überschrift "Huhuu, Weltgeist!"

Das ist eben auch Web 2.0 - die Freiheit und Möglichkeit jedes Einzelnen, sich zum Affen zu machen.

Lesen Sie den ganzen Artikel ...und was ist mit Inhalt? in der Online-Ausgabe der SZ (und die Leser-Kommentare nicht vergessen!)

Wir schließen uns an und fordern den Christiansen-Sendeplatz für Niels Ruf. Warum? Weil er mit schwierigen Gästen umgehen kann. Hier das Bewerbungsvideo für die, die es noch nicht kennen...

Und hier die Webseite zur Niels Ruf Show...

 

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