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OECD Bildungsbericht 2005 veröffentlicht

reticon-Report von Martin Ragg -- [14.09.2005]

Der Bildungsbericht der OECD „Bildung auf einen Blick – Education at a Glance“ 2005 wurde am 12. September veröffentlicht. Der OECD-Bericht erscheint jedes Jahr und bietet viele Anhaltspunkte für einen internationalen Vergleich der Bildungssysteme der 30 OECD-Länder.

Zeitgleich mit der Veröffentlichung der Daten für Deutschland in Berlin wird so Bildung in der öffentlichen Debatte wieder zu einem Thema. Allein die Flut der Pressemitteilungen zeigt die Bedeutung einer derartigen Vergleichsstudie.

Der OECD-Bericht bietet in erster Linie eine Fülle an Zahlen und so findet man auch jede Menge Zahlenmaterial in den Statements von Verbänden und Ministerien. Reines Zahlenmaterial bedarf allerdings immer einer Interpretation und Auslegung – gleichzeitig bergen Zahlen die Gefahr, dass man sich in Einzeldiskussionen verliert und große, übergreifende Ziele aus den Augen verliert.

Allerdings bieten die erhobenen Daten natürlich deutliche Rückschlüsse darauf, auf welchem Weg sich Deutschland im Vergleich zu anderen OECD-Ländern in der Bildung befindet.

Wir haben einige interessante Daten für Sie zusammengestellt – uns aber nur auf eine kleine Auswahl beschränkt:

Wo liegt Deutschland unter dem OECD-Schnitt?

·       Zahl der Studienanfänger
In Deutschland beginnen im Schnitt gut ein Drittel eines Jahrgangs ein Studium. Im Vergleich zu den Vorjahren ist dies zwar eine Steigerung. Im OECD-Durchschnitt (54 Prozent) liegt Deutschland allerdings weit zurück.

·       Bildungsausgaben
Bei den Bildungsausgaben liegt Deutschland unterhalb des OECD-Schnittes. 5,3 Prozent des Bruttoinlandproduktes werden für Bildung ausgegeben (OECD-Schnitt: 5,8 Prozent)

·       Berufliche Weiterbildung
Die Teilnahme in Deutschland an beruflicher Weiterbildung ist mit 14 Prozent im Vergleich eher niedrig

 

Wo ist Deutschland gut vertreten?

·       Ausländische Studierende
Deutsche Hochschulen sind interessant für ausländische Studierende. Hier belegt Deutschland Platz 3 (nach den USA und dem Vereinigten Königreich)

·      Deutsche Studierende im Ausland
Auch deutsche Studenten haben im Vergleich zu anderen OECD-Staaten häufig Aufenthalte an ausländischen Universitäten.

·    Lehrerverdienst
Deutsche Lehrer verdienen gut im internationalen Vergleich (Platz 3)

Das (weitere) Zahlenmaterial zeigt auch noch einmal die Bedeutung von Bildung und Weiterbildung gerade auch für Deutschland auf. So ist es unstrittig, dass das Bildungsniveau mit Beschäftigung zusammenhängt. Je höher der individuelle Bildungsabschluss und je höher der Anteil an Weiterbildung, desto größer sind auch die Aussichten auf Beschäftigung. Die Studie spricht hier von „Bildungsertrag“:

Die gesamtwirtschaftlichen Effekte sind schwerer genau zu messen, die Indikatoren verdeutlichen jedoch, dass von Humankapital klare Produktivitäts- und Wachstumseffekte ausgehen." (Quelle: EDUCATION AT A GLANCE: OECD INDICATORS - 2005 EDITION – ISBN-92-64-011900 © OECD 2005 – S. 3)

Interessant ist auch der Vergleich von privaten Ausgaben im Bildungssektor. Schulischer Bildung wird zu 90 Prozent staatlich finanziert. Gerade im Tertiärbereich sind jedoch deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Ländern festzustellen, so liegt der Anteil in Korea beispielsweise bei 80 Prozent.

Da gerade in der deutschen Debatte die Diskussion um Gesamtschulen wieder in den Vordergrund rückt, noch ein Zitat aus der OECD-Zusammenfassung:

Aus der deutschen Zusammenfassung der OECD:

In stärker differenzierten und selektiveren Schulsystemen erzielten die Schülerinnen und Schüler im Durchschnitt etwas schlechtere Ergebnisse als in integrativen Bildungssystemen, dieser Unterschied ist jedoch nicht statistisch signifikant. In stärker differenzierten Schulsystemen ist die Varianz der Schülerleistungen größer, sowohl zwischen den einzelnen Schulen als auch zwischen Schülern mit mehr oder weniger priviligierterem familiärem Hintergrund.“ (Quelle: EDUCATION AT A GLANCE: OECD INDICATORS - 2005 EDITION – ISBN-92-64-011900 © OECD 2005 S.8)

reticon wird die Diskussion und die Bewertung der Ergebnisse weiter intensiv verfolgen. Momentan werden viele einzelne Zahlen diskutiert – inwieweit in den Medien und in der Politik der Gesamtbericht der OECD überhaupt komplett betrachtet wird, bleibt abzuwarten. Bisher stützen sich die meisten (zugegeben auch wir) auf die praktischen Zusammenfassungen. Der Originalbericht, den wir als Journalisten heute erhalten haben, umfasst 500 Seiten Analysen – die in unsere Kurzmeldung noch nicht einfließen konnten.

Weitere Informationen für Sie zusammengestellt:

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