Betrachtet man den Bereich der "Kindernachrichten" so war das in den letzten Jahren in erster Linie durch die öffentlich rechtlichen Angebote bestimmt. ZDFtivi mit der Sendung logo! im Fernsehen und Lilipuz im Hörfunk sind hier als Vorreiter zu nennen.
Ziel war es immer, aktuelle Nachrichten und Hintergründe für Kinder aufzubereiten. In den Zeitungen spielten Nachrichten für Kinder eigentlich keine große Rolle - sie waren nicht als Zielgruppe anvisiert und demnach gab es auch keine für sie aufbereiteten Nachrichten.
Mit der zunehmenden Internetnutzung lösten sich die Bereich auf, die Grenzen waren nicht mehr so eindeutig zu ziehen. Natürlich legten logo! und Lilipuz ihre Netzpräsenzen an und verlegten einen Teil ihrer Aktivitäten ins Netz.
Doch die Publikation ist hier einfach und so zogen spezielle Angebote für Kinder schnell nach, die sich häufig nicht auf die Marktmacht eines öffentlich-rechtlichen Senders verlassen konnten, sondern Initiativen von Privatleuten, Pädagogen und Hochschulen waren.
Doch in den letzten Monaten findet allmählich ein Richtungswechsel statt. Die etablierten Medien sind nach wie vor stark präsent, doch nun rücken auch die Printmedien nach. Nach den Pressemitteilungen zu urteilen haben sie nicht in erster Linie die inhaltliche Arbeit im Fokus - ihnen geht es um Zielgruppen und Marktsicherung. Dahinter steht die Erkenntnis, dass Kinder und (erweitert) junge Menschen immer weniger mit den klassischen Printmedien anfangen können. Eine Tageszeitung beispielsweise ist für sie nicht mehr selbstverständlich.
Nun versuchen die Verlage mit speziellen "Kinderangeboten", und dazu gehören die Nachrichten für Kinder auch, diese als Zielgruppe möglichst früh an sich zu binden. Auf den Zug springen nun auch die "Contentlieferanten" der Medien auf, die Nachrichtenagenturen haben inzwischen "Kinder" auch als Zielgruppe.
dpa startete seinen "Kinderdienst" bereits im April, aktuell folgt ddp mit einem eigenen "Kinderdienst". ddp produziert die Inhalte zusammen mit der "Agentur für kindermedien" und versucht sich durch eine wissenschaftliche Unterstützung durch die Universität Bremen von den Konkurrenten abzusetzen.
Die Ticker selbst sind dann alle kostenpflichtig, so dass wir zur Qualität der Inhalte an dieser Stelle nichts sagen können. Im Web spielen dann dpa und ddp erst einmal kaum eine Rolle, hier sind die Angebote weiterhin den bisherigen Platzhirschen überlassen.
Fazit: So schön Kindernachrichten auch sein mögen (und die einfach formulierten Texte sind, wenn sie gut gemacht sind, sicher auch über den Kinderbereich hinaus attraktiv), der fade Beigeschmack ist, dass Kinder erst als Zielgruppe in den Focus geraten, wenn man fürchtet, später ihre Kaufkraft zu verlieren - es geht nicht darum Kinder frühzeitig adäquat zu informieren (das ist vielleicht der Nebeneffekt). Die Branche treibt vielmehr die Angst, dass in Zukunft alles nur noch im Netz stattfindet und damit tun sich die meisten immer noch schwer.
Nachfolgend ein Überblick zum Thema "Kindernachrichten", wenn wir etwas vergessen haben, bitte in den Kommentaren ergänzen:
Nachrichten für Kinder (zuletzt aktualisiert: 30.08.2007)
Artikel zu Kindernachrichten
Herbert Achternbusch