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Museum für Post und Telekommunikation in Berlin

reticon-Report von Martin Ragg -- [02.05.2002]reticon-Report

reticon war für Sie vor Ort im Museum für Post und Telekommunikation in Berlin. Für reticon hat sich Martin Ragg das Museum und die aktuelle Sonderausstellung angeschaut.
Das Museum wird getragen von der Deutschen Post und der Deutschen Telekom, es befindet sich mitten im Herzen von Berlin, nicht weit vom Potsdamer Platz.
 
Museum für Kommunikation Berlin
Leipziger Straße 16
Webseite der Museumsstiftungreticon-Report

Das Museum ist sehr modern gestaltet, der Besuch ist dankenswerterweise umsonst. Man befindet sich fast ausschließlich in hellen und lichten Räumen, die sehr übersichtlich gestaltet sind. Das Spannende an einem Besuch sind die vielen Dinge, die zum Ausprobieren und Erforschen einladen. Einige sind versteckt und man stößt nicht direkt auf sie, bzw. muss erst die Funktionsweise herausfinden.
Einige begrüßen den Besucher allerdings auch direkt, wie die drei sehr niedlichen Roboter in der Eingangshalle. Hier bleiben viele Besucher, ob jung oder alt fasziniert "hängen".

Die Roboter in der Eingangshalle sind ein idealer Auftakt, an denen auch das Ziel des Museums deutlich wird. Viele Dinge sind zum Anfassen und laden gerade dazu ein, sich näher mit ihnen auseinander zu setzen.
So ist beispielsweise ein Roboter darauf programmiert, einem blauen Ball hinterherzufahren und diesen sanft vor sich her zu "kicken" ## erstaunlich ist, wie eine Form von Kommunikation mit den Besuchern dadurch aufgebaut wird, viele werden dazu verleitet, dem Roboter den Ball vor der Robo-Nase wegzukicken und belustigt einen zornig fiependen Roboter zu betrachten der sich suchend nach dem Ball umschaut, wenn er ihn am anderen Ende der Halle ausfindig macht, freudig aufzupiepen und zielstrebig darauf zuhält. (Amüsant ist es natürlich auch, die anderen Besucher bei diesem Spiel zu betrachten.reticon-Report

Über der Lichthalle schweben seltsam anmutende Gegenstände, die aber erst deutlicher werden, wenn man sich auf eine Reise durch das Museum einlässt. Mit jeder Ausstellungsebene kommt man diesen etwas näher und verschafft sich gleichtzeitig einen Überblick.

Die verschiedenen Ausstellungsbereiche sind verschiedenen Themen gewidmet. Es wird in unterschiedlichen Installationen auf Kommunikation, Postwesen, Medien und die Veränderung der Gesellschaft durch diese "Errungenschaften" eingegangen. Das reicht über Postkutschen, Briefmarken, Datenübertragungsmethoden, Ampeln bis hin zu Computertechnologien.reticon-Report

Dem Bereich der Post sind zwei Bereiche besonders gewidmet. Im Untergeschoss findet sich eine interessante Ausstellung, die die Geschichte des Postwesens deutlich macht. Man findet hier alte Briefmarken (u.a. die blaue Mauritius), Postkutschenstrecken, erste internationale Vereinbarungen. Besonders interessant ist auch die Art der Präsentation: der Raum ist sehr dunkel gehalten, im Kontrast zu den anderen Ausstellungsbereichen und es gibt eine Art von Interaktivität. Die Exponante befinden sich in Schaukästen in einzelnen Säulen, die über den Raum verstreut sind. Bewegt man sich auf diese zu, werden sie "plötzlich" mit Leben erfüllt, Licht geht im Schaukasten an und man erhält akkustische Untermalung, die über Erklärungen eines Sprechers bis hin zu den Klängen von Posthörnern reichen.

Neben den ständigen Ausstellungsbereichen bietet das Museum aber auch weitere Veranstaltungen und Rundgänge/Führungen für verschiedene Zielgruppen an. So kann man eine Führung durchs Berlins Mitte mitmachen, die diese aus postalischer Perspektive betrachtet. Es gibt auch Führungen, die sich an jüngere Besucher wendet und z.B. auf Schulklassen zugeschnitten sind. Hier wird auf einfache und spielerische Art und Weise der Inhalt "Kommunikation" vermittelt, z.B. über die Detektivschule, die sich mit Verschlüsselung von Nachrichten in der Geschichte beschäftigt.reticon-Report

Das Interessante ist, dass an vielen Ecken, etwas auszuprobieren ist. Hier z.B. eine "Sitzkugel", in der man über Lautsprecherinstallationen in eine andere Welt eintauchen kann - fremde Wohnungen, Urwald. Nur durch die geschickte Anordnung der Lautsprecher und die passenden Sounds wird eine Welt im Kopf des Besuchers erzeugt.

Wir sind für Sie ganz nah herangegangen. Bei der aus der Lichthalle nur zu erahnenden Installation handelt es sich bei näherem Hinschauen (zwei Stockwerke höher) umd die interaktive Installation "Metamorphose" von Peter Hrubesch und Dirk Scherkowski. Es handelt sich um von der Decke hängende Mobiltelefone - wo bleibt der interaktive Aspekt? Durch Wählen der Mobilfunknummern 0170/1578550 und 0160/3021198 kann man in Kontakt zu Museumsbesuchern treten ... probieren Sie es doch aus!reticon-Report

Eine weitere interessante Installation ist eine künstlerisch verarbeitete Postkutsche. Deren Einzelteile hängen von der Decke herab und vermitteln aus der Entfernung gesehen das komplette Bild, das sich in seine Einzelbestandteile anfängt aufzulösen, je näher man herantritt.

Große Teile der Ausstellung sind dann natürlich auch den Veränderungen der Kommunikation durch die Computertechnologie gewidmet. Hier bekommt man einen recht guten Einblich, wie sich dies von der Entwicklung der ersten Apparate über Morsen und Telegrafie hin zu heutiger Kommunikationstechnologie entwickelt hat. Auf den beiden Bildern auf dieser Seite sehen Sie zwei der frühe Telegrafiegeräte (19. Jhd.). Die Tastatur diente der Vereinfachung des Morsens, die einzelnen Tasten waren mit Buchstaben belegt.reticon-Report

Zusätzlich finden regelmäßig wechselnde Ausstellungen statt. Zu unserem Besuch war es die höchst spannende Ausstellung: "Ein offenes Geheimnis. Post- und Telefonkontrolle in der DDR". Diese ist noch bis zum 25.09.2002 zu sehen.
Unserer Meinung nach hat sich er Besuch sehr gelohnt und wir können dieses Museum nur wärmstens weiterempfehlen. Sie erhalten hier eine fundierte und interessante Einführung in den Bereich Kommunikation und auch aus museumspädagogischer Sicht ist das Museum nur zu empfehlen.

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