Die Learntec in Karlsruhe ist quasi der Jahresauftakt der E-Learning Branche. Hier treffen sich in erster Linie Anbieter von E-Learning-Produkten mit Kunden und Anwendern.
Begonnen hatte die Learntec jahrelang in der Stadthalle Karlsruhe - inzwischen ist sie in die Karlsruher Messe umgezogen, was der Messe insgesamt sehr gut getan hat. Alles wirkt professioneller, größer und es gibt deutlich mehr Platz und Licht. Für die Learntec ein großer Gewinn.
Zudem geht es der Branche inzwischen wieder "richtig gut". Auch wenn der Aufschwung im Weiterbildungssektor immer erst mit etwas Verspätung ankommt: Neben dem klassischen Optimismus der PRler finden sich aber an vielen Ständen offene Jobangebote für Teamleiter, Programmierer, Entwickler, Vertriebler.
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Auf der anderen Seite (leider fehlt uns hier der Vergleich zum Vorjahr) sind die Gänge für eine Messe recht breit, am Rand fransen die Stände etwas aus, es gibt große "Lounges" und immer wieder themenfremde Parzellen. Die Messe wirkt dadurch zwar sehr übersichtlich und es gibt nicht das Gedränge, wie man es von Cebit oder Didacta gewohnt ist - auf der anderen Seite wirkt es etwas leer. Ob nun die Zahl der Aussteller zurückgeht oder die Fläche der Messe einfach etwas groß ist sei dahingestellt.
Wie so häufig sollte eigentlich das Ziel des E-Learnings sein, irgendwann keine eigene Messe mehr zu benötigen - E-learning sollte Bestandteil von Lernen insgesamt sein, schließlich gibt es auch keine Messen für Tafeln und Overheadprojektoren.
Dass es die Learntec noch gibt zeigt dann auch, dass E-Learning eben immer noch nicht völlig selbstverständliches Weiterbildungsinstrument ist.
Inhaltlich stürzen sich momentan alle auf "Rapid Elearning", alles muss irgendwie mit "2.0" zu tun haben, "mobile learning", "game based learning" sind die heutigen Buzzwords. Ob später aus dem Buzzword-Nebel auch echte verwertbare Szenarien und anwendbare Lösungen entstehen, dürfte spannend sein. Vorlesungen ins Second Life zu verlagern erscheint nicht nur optisch etwas fremd - aber jeder Hype geht einmal zu Ende und macht Platz für einen neuen.
Nebenbemerkung am Rande - es war auffällig viel "Militär" unterschiedlicher Abteilungen zu sehen. E-Learning scheint in der Bundeswehr wohl eine immer stärkere Rolle zu spielen.
Neben dem kommerziellen Bereich präsentierten sich auch einige Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit ihren Projekten. E-Learning an der Hochschule, virtuelle Konferenzen und generell die Einbettung von E-Learning-Instrumenten in den gesamten IT-Kontext der Hochschule, sind die Leitthemen. Aber auch hier gibt es kaum fertige Lösungen zu bewundern sondern Ideen, gute Ansätze, die aber noch recht weit von einer integrierten Umgebung entfernt sind.
"Silver Surfer"
Weiteres Thema ist "E-Learning für Ältere". Die Branche scheint zu erkennen, dass der Fokus auf die "Jungen" das Thema E-Learning auf absehbare Zeit an den Rand führen wird. Im Hinblick auf die demographische Entwicklung sind dringend Weiterbildungskonzepte erforderlich - möchte E-Learning hier eine Rolle spielen und nicht die Standard-Vorurteile bedienen, sollten hier Konzepte erarbeitet werden. Zumindest in einigen thematischen Schwerpunkten findet sich das Thema auf der Messe - vielleicht sind diese aber auch eher von außen gesetzt denn genuines Anliegen der ausstellenden Firmen.
www.learntec.de
Sprüche 13,24