
reticon Was ist das #institut juleiqua?
Robert Hotstegs Das
#institut juleiqua heißt mit vollständigem Namen "Institut für
Jugendleiter und Qualifikation e.V.". Es ist ein eingetragener Verein
mit Sitz in Düsseldorf. Im #institut haben sich hauptamtliche und
ehrenamtliche Jugendleiter zusammengeschlossen und bemühen sich, die
Arbeit von Jugendleitern zu unterstützen und für ihre bessere
Ausbildung zu sorgen. Dabei arbeitet das #institut trägerübergreifend
und überregional. Wichtig ist uns, dass jede/r Jugendleiter/in von
unserer Arbeit profitieren kann. Man muss nicht Mitglied im #institut
juleiqua sein (obwohl die Mitgliedschaft nicht mit einem
Mitgliedsbeitrag verbunden ist) und sich auch nicht sonst irgendwo
anmelden oder registrieren. Jeder, der auf der Internetseite www.juleiqua.de
vorbei schaut, ist schon mittendrin in unserer Arbeit. Und wenn einem
Jugendleiter eine Idee gefällt, dann darf er sie gerne für seine Arbeit
nutzen. Er darf also auf "Praxishefte" oder Schulungsmaterialien
zugreifen, sich um kostenlose Spielepakete für Ferienfreizeiten
bewerben oder im Sommer die #juleiqua-Ferienfreizeit-Hotline anrufen.
reticon Woher stammt die Idee, solch eine Hotline einzurichten?
Robert Hotstegs Die
Idee der Hotline ist nicht ursprünglich im #institut juleiqua
entstanden. Es gibt schon viele Träger, die eine derartige Hotline
anbieten. Da steht der Pfarrer in der Kirchengemeinde als
Ansprechpartner zur Verfügung oder ein Jugendreferat ist über eine
eigene Nummer rund um die Uhr für die Ferienfreizeiten aus seinem
Bezirk erreichbar. Neu ist an der #juleiqua-Hotline, dass sie sich
nicht an bestimmte Träger, nicht nur an Mitglieder eines Vereins und
auch nicht nur an Freizeiten bestimmter Regionen richtet. Diese Idee
ist im Winter in einem Austausch von verschiedenen Jugendleitern
entstanden und wohl typisch für uns, denn das #institut juleiqua hat
sich zum Ziel gesetzt, zu einer besseren Qualifizierung von
Jugendleitern beizutragen - egal wo, wann und für wen diese tätig sind.
Das bedeutet auch, dass die Hotline beinahe drei Monate aktiv sein
wird. Vom 19.06. bis zum 11.09. dauern schließlich die Sommerferien in
den unterschiedlichen Bundesländern.
reticon Wer wird sich um die Hotline kümmern, wie viele werden dort verfügbar sein, bzw. mit welchem "Andrang" wird gerechnet?
Robert Hotstegs Das
Team der Hotliner/innen wird aus ca. 8 - 10 Mitgliedern aus dem
#institut juleiqua bestehen. Das sind zum einen Pädagogen, die auch
hauptamtlich in der Jugendarbeit tätig sind. Dies sind z.B.
Leiter/innen von Jugendfreizeiteinrichtungen oder auch ein
Stadtjugendpfleger. Darüber hinaus gehören auch Nicht-Pädagogen zum
Team, die aber bereits über vertiefte Jugendarbeits- und
Ferienfreizeiterfahrung verfügen. Uns war es sehr wichtig, dass auch
solche Hotliner eingebunden werden. Wir haben allerdings darauf
geachtet, dass jeder über ausreichend Jugendarbeits- und
Freizeiterfahrung - nicht nur als Jugendleiter, sondern auch als
Verantwortlicher verfügt - und auch sichergestellt, dass die Hotliner
auch Schulungserfahrung und ähnliche Zusatzqualifikationen erworben
haben. An der Hotline sitzt schließlich immer ein/e Hotliner/in. Sie
oder er nimmt die Anrufe entgegen und koordiniert die sofortigen
Rückrufe. Sollte es einmal "eng" werden, kann auf die übrigen Hotliner
zurückgegriffen werden. Wir gehen aber für 2004 davon aus, dass jeweils
ein/e Hotliner/in die Nachfrage bewältigen kann. Übrigens: die
Hotliner/innen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Nach einem Anruf
wird also weder der Träger noch der Leiter der Ferienfreizeit oder
sonst jemand von dem Gespräch erfahren. Wir dokumentieren die Anrufe
aber natürlich um z.B. zwei Tage später darauf zurückgreifen zu können,
wenn ein Jugendleiter noch einmal anruft, nun aber ein anderer Hotliner
zurückruft.
reticon Gibt es so etwas wie "klassischen Probleme"?
Robert Hotstegs Nein,
die gibt es wohl nicht. Jeder Jugendleiter kann von seinen
Ferienfreizeiten ganz unterschiedliche Probleme berichten. Da ist die
Kinderfreizeit, die schlagartig einer Magen-Darm-Infektion zum "Opfer"
fällt und im Bett liegt, inklusive Betreuer. Da gibt es den
Jugendlichen, der über Nächte hinweg versucht aus dem Zeltlager
abzuhauen. Und da gibt es auch Streitigkeiten und Unsicherheiten im
Leitungsteam einer Ferienfreizeit, die zu einem echten Problem für alle
Beteiligten werden können. Diese Liste ließe sich natürlich unendlich
fortsetzen. Wir sind also auf vielfältige Problemsituationen
vorbereitet und stellen den Hotlinern ein dementsprechendes
Informationspaket zur Verfügung. So sollte es möglich sein gemeinsam
(!) mit dem Anrufer eine Problemlösung oder Ideen für einen Umgang mit
der jeweiligen Situation zu entwickeln. Es geht nicht darum, dass die
Hotline Entscheidungen für eine Ferienfreizeit trifft, sie soll
vielmehr ein offenes Ohr und Ruhe bieten - denn beides kann im Hektik
einer Ferienfreizeit schnell fehlen.
reticon Da für den Anrufer ja kaum Kosten entstehen, wie wird das Telefon finanziert?
Robert Hotstegs Es
stimmt. Für den Anrufer entstehen beinahe keine Kosten, da er uns nur
einmal anrufen muss und wir sofort zurückrufen. Diese Gesprächskosten
übernimmt freundlicherweise die Firma Eplus, die uns auch die Rufnummer
und das "Hotline-Handy" zur Verfügung stellt. Wir sind sehr froh, für
ein derartiges Projekt eine solch umfangreiche Unterstützung zu
erhalten. So müssen die Jugendleiter, die die Hotline anrufen, sich
also auch keine Sorgen um ihre Telefonrechnung machen.
reticon Wer unterstützt sonst die Hotline?
Robert Hotstegs Die
Hotline wird auch ideell unterstützt. Annegret Krauskopf ist
Vorsitzende des Ausschusses für Kinder, Jugend und Familie im Landtag
NRW und hat spontan die Patenschaft für die Hotline übernommen, als wir
ihr von dieser Idee berichtet haben. Mit ihr haben wir auch vereinbart,
im Herbst gemeinsam die Ergebnisse zu sichten und auch darauf zu
schauen, welche Verbesserungen in der Jugendleiter-Ausbildung möglich
wären und in welcher Form eine Hotline für die kommenden Jahre
angeboten werden sollte.
reticon Wo kann man mehr über die Arbeit der Hotline erfahren?
Robert Hotstegs Am schnellsten kann man sich im Internet unter www.juleiqua.de/hotline
erkundigen. Dort haben wir einerseits Informationen zum Download
bereitgestellt (zum Beispiel eine "Was nun? Was tun? - Karte" mit
weiteren nützlichen Hotlines), andererseits aber auch Artikel über den
Hintergrund der Hotline verfasst. Nach und nach stellen wir dort auch
die Hotliner des Sommers 2004 vor. Die ersten drei Portraits sind
bereits online verfügbar. Und für individuelle Fragen stehen wir auch
in einem eigenen Diskussionsforum oder per Email unter juleiqua@juleiqua.de Rede und Antwort.
reticon Vielen Dank für das Gespräch
Sie erreichen das Angebot von #juleiqua unter: http://www.juleiqua.de
Bertolt Brecht