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ISBN künftig mit 13 Stellen

reticon-Report von Martin Ragg und Roger Sennert -- [25.12.2006]

Ab Januar 2007 wird sich eine Kleinigkeit in der Verlags- und Bücherwelt ändern. Die 10-stellige ISBN-Nummer wird auf 13 Stellen erweitert und löst damit die gute alte 10-stellige ISBN ab. Die ISBN entspricht dann dem EAN-Strichcode.

Seit 2005 führen die meisten unserer Bücher, die wir käuflich erwerben bereits zwei ISBN-Nummer. Die alte 10-stellige und die neue 13-stellige Ziffer. In manchen Teilen gleichen sich die Codes, manches wird aber auch anders gehandhabt. Grund für die Umstellung ist der zu knappe Zahlenraum. In den 60igern Jahren konnte man sich schlicht nicht vorstellen, dass die Nummern einmal nicht mehr ausreichen würden. Das scheint ein generelles Computerproblem zu sein - Programmierer können sich anscheinend nie vorstellen, dass ihre Programme lange und viel genutzt werden.
Mit den 13-Stellen sollen jetzt aber genügend Nummern für alle vorhanden sein.

Die Umstellung ist für uns Anlass einen kurzen Blick auf die Nummer und ihre Codierung zu werfen - ganz praktisch an einem Beispiel.


Warum überhaupt eine ISBN?

Erste Frage vorweg - wozu benötigen wir denn eine ISBN? Erste Antwort: Weil das in erster Linie eine eindeutige Bestimmung des Buches ist und darüber hinaus jede Menge weiterer Informationen in der Zahl codiert ist.

Anbei eine typische ISBN, beispielhaft für das Reclam-Buch: "Weisheit für alle Tage".

Die alte ISBN lautet hier: 3-15-009666-9
Die neue ISBN dagegen: 978-3-15-009666-6

Spätestens auf den zweiten Blick wird klar, dass die Nummern doch manches gemeinsam haben. 978 wird vorne ergänzt und die letzte Ziffer unterscheidet sich.

Zerlegen wir einmal die Zahl:

Vergleicht man das ganze mit der Codierung der 10er ISBN-Nummer gibt es erst einmal ein Fragezeichen. Wo sind denn jetzt die neuen Nummern, wo wird das ganze länger oder ist geändert?

Tatsächlich sind die ersten drei Ziffern erst einmal einheitlich, danach kommt quasi die alte ISBN und hinten eine (geänderte) Prüfziffer. Der Vorteil ist, dass man einerseits mit der 979 vorne doch eine kleine Erweiterung hat, die momentan noch nicht genutzt wird und dass das ganze nun international sauber möglich ist. Jedes Land hat vorne seine drei Stellen und man hat dann quasi pro Land die komplette alte ISBN-Struktur.

Und wenn Sie das nächste Mal ein Buch bestellen - können Sie ja anhand der ISBN-Nummer wissend lächeln und einmal den Verlag herausbekommen.
Ansonsten bleibt (fast) alles wie es ist und wir haben natürlich die Hoffnung, dass alle daran gedacht haben, ihre Katalogisierungs-Software entsprechend anzupassen. Dafür gibt es ja seit zwei Jahren die Gelegenheit.

Regelmäßig erscheinende Veröffentlichungen (sog. Periodika) werden übrigens mit einer ISSN gekennzeichnet. Die hat acht Stellen und ist dann für die gesamte Reihe gleich. Es gibt inzwischen auch Internetseiten, die eine ISSN zugeteilt bekommen haben.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.german-isbn.org

 

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