Am 08. und 09. November fand in Bonn die Tagung eUniversity - Update Bologna statt. Als Tagungsstätte wurde das "Internationale Kongresszentrum Bundeshaus Bonn" gefunden - in dieser edlen und sehr ansprechenden Umgebung fand eine in weiten Teilen sehr interessante Tagung statt.
Neben dem alten Plenarsaal wurden auch die angrenzenden Gebäude (Wasserwerk und Pumpenhaus) mitgenutzt. Die Veranstaltung wurde ausgerichtet vom education quality forum und der Campus Innovation Hamburg.
Wie der Titel schon andeutet bewegten sich die Vorträge und Foren zwischen E-Learning und der Etablierung als "Standarddienst" innerhalb der Hochschule auf der einen und der Rolle der IT im Rahmen der Umorganisation von Hochschule im Rahmen des Bologna-Prozesses auf der anderen Seite.
In großer Zahl konnte die Tagung wirklich namhafte Referenten finden (am Rande bemerkt: interessanterweise stimmt die rein männliche Form - im Plenum präsentierten zwei Tage lang nur Männer).
Ich besuchte die Veranstaltung mit Kollegen aus beruflicher Perspektive - als IT-Projektmanager der Universität Bonn mit dem Focus auf IT-Managementsysteme und die Rolle der IT im Bologna-Prozess. Trotzdem sind natürlich die Entwicklungen im E-Learning-Bereich für mich weiterhin hoch interessant.
Für die Universität Bonn stellte die Leiterin der ULB der Universität Bonn Frau Dr. Vogt mit Holger Hansen (Leiter der Stabsstelle eLearning, Ruhr-Universität Bochum) die Kooperation der Ruhr-Universität Bochum mit der Universität Bonn im Bereich E-Learning vor: "Kooperation als Erfolgsmodell".
Insgesamt war mein Eindruck, dass die Tagung einen außergewöhnlichen starken ersten Tag hatte - mit hervorragenden und interessanten Präsentationen. Der zweite Tag fiel dagegen aus meiner Perspektive deutlich ab und erreichte nur selten die Qualität des ersten Tages.
Kurz einige Aspekte zum ersten Tag:
Unbedingt zu erwähnen ist die Keynote von Prof. Dr. Lenzen, Präsident der Freien Universität Berlin. Er machte neben einigen OECD-Bezügen vor allem den Unterschied zu amerikanischen Universitäten deutlich.

Eine Zahl ist mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben: Wir stecken 1,8 Milliarden Euro in deutsche Exzellenz. Das ist für die Verhältnisse der letzten Jahre sicher bedeutend - eine Columbia State University verfügt über 2,4 Milliarden Dollar Jahresetat. Fazit von Prof. Lenzen: Wir sind auf einem Weg, aber für eine internationale Vegleichbarkeit fehlt schlicht noch sehr viel Geld - gleichzeitig müssen nachhaltig Strukturen verändert werden, ehe man Geld in ein "altes System" pumpt.

Spannend und vor allem unterhaltend war Prof. Dr. Thomas Hoeren vom Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht der Universität Münster. In einer sehr kurzweiligen Präsentation führte er die Bereiche aus juristischer Sicht an, die ihm Bauchschmerzen im IT-Bereich des Bologna-Prozesses machen. Das reicht von Datenschutz bis hin zur Content-Verwertung.
Am zweiten Tag beeindruckte vor allem Joel M. Smith (CIO Carnegie Mellon University), der für ein evolutionäres IT-System eintrat. Er richtete sich etwas gegen rein zentrale Systeme.
Wir haben einige weiterführende Informationen für Sie zusammengestellt:
Seneca der Jüngere