Beispiele
Schaut man in die jüngere (Literatur-) geschichte so findet man einige Beispiele des Deus-Ex-Machina Prinzips.
Z.B. wird der reitende Bote in Brechts Dreigroschenopen otmals als Deus Ex Machina bezeichnet.
Man findet es als direkte Verwendung z.B. bei Rosa Luxemburg:
Wird mit der Erweiterung der Produktion im Lande mehr Geld erforderlich, so wird eben auch die Goldproduktion dementsprechend erweitert.(5) Wir landen also schließlich glücklich beim Goldproduzenten, der schon bei Marx die Rolle des Deus ex machina spielt. (Luxemburg, Akkumulation des Kapitals, Kap. 22)
In nachfolgender Buchrezension wird der oft enthaltene negative Aspekt deutlich:
Es
gibt Bücher, die müssen nicht unbedingt sein - dies hier ist so eins.
Gut, wer es mag, daß das Deus ex machina-Prinzip ausgiebig zum Einsatz
kommt, wer sich nicht daran stört, daß die Motivationen einzelner
Handlungen nicht unbedingt notwendig sind, wer sich damit zufrieden
gibt, einer inkonseqenten und zusammengewürfelten Gesamthandlung zu
folgen und sich an dumm-witzigen Wortspielen erfreuen kann, bitte.
(Quelle: http://www.luise-berlin.de/Lesezei/Blz98_11/text44.htm)
Was hat nun aber Deus-Ex-Machina mit den neuen Medien zu tun?
Die These ist, dass Deus-Ex-Machina hier eher spielerisch und vor allem
bewusst verwendet wird. Es wird quasi zu einem Stilelement, das Eingang
in die Programmierung von Computerspielen, Filmen und vielleicht sogar
selbst ein modernes Programmierprinzip ist.
Doch davon mehr im nächsten Teil dieses Artikels.
Seneca, Epistulae morales