An die Bildergalerien und endlosen Klickstrecken haben wir uns immer noch nicht gewöhnt, nun sind bewegte Bilder hoch im Kurs und da schwappt in letzter Zeit ein neuer Trend in die Online-Medien. Bei Spiegel-Online oder bei bild.de begegnen sie uns immer nach den großen Spieltagen: 3D-Animationen von Spielszenen und Toren aus den letzten Fußballbundesliga oder internationalen Spielen.
Wenn es hochkommt, bekommt man das Tor noch aus unterschiedlichen Perspektiven präsentiert, meist bekommt man aber nur die jeweilige Spielszene gezeigt. Das sieht dann aus wie die Original-Fernsehszene, nur laufen statt der echten Spieler Animationen über den Schirm und bekommen den Spielernamen über sich angezeigt. Das sieht eher aus wie aus einer Fußballsimulation.
Das ganze spart dann vermutlich die Gebühr, die fällig wäre, wenn man das Original zeigen würde (falls man denn überhaupt die Online-Rechte erwerben kann). Gleichzeitig hat man den Vorteil, dass man nicht mehr die lästige Bandenwerbung aus dem Originalstadion zeigen muss, sondern ganz praktisch das auch alles selber gestalten kann.
Für die Medienwissenschaftler da draußen ergeben sich so jede Menge neue Themen rund um "Virtuelle vs realer Welt". Und spätestens zu den nächsten Olympischen Spielen sollte das automatisiert und ausgeweitet werden - in Kooperation mit den Spieleherstellern könnte man so alle Sportereignisse mit lustigen 3D-Männchen/Frauchen nachstellen. Alternativ würden wir auch vorschlagen auf die Sportler zu verzichten - schon vor einigen Jahren konnte man auf Giga wunderbar Fußballspiele anschauen, die einfach eine Übertragung eines Computer-Fußballspiels waren (zumindest die Gehälter der Spieler hat man dann im Griff).
de Montaigne