Der Blick zurück
reticon-Report von
Martin Ragg -- [29.01.2005]

Ausgangspunkt zu diesem Artikel ist die Überlegung, dass sich viele Diskussionen immer wiederholen, bzw. Argumente aus längst vergessenen Tagen wiederaufgreifen. Gerade rund um Medien und Pädagogik lässt sich so etwas immer wieder beobachten.
Dieser Artikel möchte in kleinen Sequenzen auf verwandte Dikussionen der Vergangenheit hinweisen und deutlich machen, dass wir viele Schlagabtausche schon einmal hatten. Vielleicht hilft es ja ein kleinwenig in aktuellen Debatten.
Teil I Medien und Kommunikation
"Etwas länger als zwei Stunden täglich verbringt der Bundesbürger heute vor seinem Fernsehgerät. Werden die neuen Medien [...] den Bürger noch länger an den Bildschirm fesseln? Wird der Konsum zusätzlicher Medien-Möglichkeiten einen Teil der zusätzlichen Freizeit kosten? Überwiegend halten die Fachleute die Verlagerung von Fernseh-Konsum auf die Nutzung neuer Medien für wahrscheinlich."
Klingt fast, als stamme das Zitat aus einer aktuellen Debatte - jedoch weit gefehlt. Hier geht es um die Auswirkungen der Einführung des Videotextes Ende der 70er Jahre. "Revolution auf dem Bildschirm" heißt das Buch von Axel Buchholz und Alexander Kulpok. Für sie sind neue Medien der Videotext und der gerade aufkommente Bildschirmtext in Deutschland. Und schon damals wurde diskutiert, ob diese Medien negativen Einfluss haben werden, ob Videotext Rundfunk ist, ob sich unsere Kommunikation verändern wird. Ob Neue Medien da wirklich ein guter Begriff ist, war nicht jedes Medium einmal neu und versuchen die Anwender des Begriffs nicht auf etwas anderes hinzuweisen, dass nämlich ihrer Meinung nach sich diese neuen Medien strukturell und qualitativ von den alten Medien unterscheiden. Nur können sie das auch beweisen oder ist es nur ein Gefühl?
Quelle: Axel Buchholz/Alexander Kulpock: Revolution auf dem Bildschirm.
Die neuen Medien Videotext und Bildschirmtext. Goldmann-Verlag 1979
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