
Cebit 2004
Die Cebit in Hannover ist seit Jahren eine der
größten Computermessen weltweit. Sie gilt zum Jahresstart immer mit als
Stimmungsbarometer für die ganze Branche. Und so hatte man im Vorfeld
der diesjährigen Cebit den Eindruck, dass sich nicht nur die Branche
selbst Mut zuredete, sondern dass von allen Seiten gerufen wurde, dass
es doch jetzt allmählich mit der IT-Welt wieder aufwärts gehen müsse.
Und so fand man auch diese Stimmung auf der Cebit:
Schrille
Shows, überall gute Stimmung, die Aussteller zu allen
Zwischenzeitpunkten mit den Geschäften zufrieden - bleibt zu hoffen,
dass dies nicht wieder eine große Blase wird.
Aber genug der
Stimmungsanalyse, wir möchten Ihnen auf den folgenden Seiten einen
Eindruck über einige Highlights der diesjährigen Cebit berichten.
Eine Technik, die schon vor der Cebit für Aufsehen sorgt ist das sogenannte RFID-Verfahren.
Gemeint sind damit miniaturisierte funkende Chips, die mit
Informationen bestückt werden können und diese Infos bei Bedarf wieder
"mitteilen". Diese Chips sind inzwischen nur noch wenige Millimeter
groß, sie benötigen keine eigene Stromversorgung, sondern "ernähren"
sich von der Frequenz des Abfragegeräts.
Die Industrie erprobt, wo
man RFIDs sinn- und gewinnbringend einsetzen kann. Die allgemeine
Tendenz ist, dies möglichst überall dort zu tun, wo bisher Strichcodes
eingesetzt werden. Die Vorteile für Planung und Logistik sind natürlich
immens - jede Einkaufstasche funkt begeistert ihren Inhalt in die
Welt. 
Auf der anderen Seiten öffnen sich Tür und Tor für
Datenschutzprobleme. Welche Daten werden überhaupt erfasst - was wird
miteinander verrechnet, wer hat Zugriff etcpp.?
Das sind viele
offene Fragen, die zumindest auf der Cebit auch nur selten angesprochen
wurden. Hier standen vielmehr technologische Demonstrationen im
Vordergrund: wie lässt sich ein derartiges Verfahren in Ausweispapiere
integrieren, wie optimiere ich damit meine Lagerverwaltung.
Die Cebit hat ihren Ursprung ja als btb-Messe. Dies ist vielleicht nur
in den Eintrittspreise der Wochentage zu erkennen - in der Breite
entwickelt sich die Cebit aber immer mehr (auch) zu einer Kundenmesse.
Wer durch die lauten Handyhallen läuft, fragt sich wirklich, was sich
hier an Geschäftskunden richtet - für wen die Gewinnspiele alle sind.
Da ist es beruhigend neben btb und consumer auch immer wieder auf
Forschung und Entwicklung zu treffen. So sind viele Bundesbehörden,
Bundesländer, Forschungsinstitute und andere Einrichtungen auf der
Cebit anzutreffen. So kann man auch einen guten Überblick über die
Bemühungen der öffentlichen Einrichtungen im Bereich neue Technologien
bekommen,
Zum Abschluss unseres Berichts möchten wir Ihnen noch ein sehr interessantes neues Produkt vorstellen.
Es handelt sich um eine "Lasertastatur". Zielgruppe sind die Menschen,
die ihre Termine nur noch mit kleinen Organizern, sogenannten Palms
organisieren. Hier fehlt einem häufig eine echte Tastatur - bisher
wurden dort nur klapp- oder faltbare Tastaturen angeboten.
Das auf der Cebit vorgestellte Produkt projeziert mit einem Laserstrahl
eine Tastatur auf eine beliebige ebene Fläche. Ein Sensor registriert
das Tippen auf dieser Tastatur. Wir haben uns selbst im Live-Test
überzeugt - und waren überrascht: es funktioniert wirklich und die
Tastatur besteht nur aus einem kleinen großen "Spitzer". Nach Angaben
der Hersteller wird momentan mit deutschen Distributoren, z.B:
Mediamarkt über eine Markteinführung verhandelt. Sicherlich kein
pädagogisches Prdoukt, aber vielleicht eine Lebenserleichterung für uns
Palm-Menschen.
Arthur Schopenhauer