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reticon Bildung und Neue Medien
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Cebit 2002

reticon-Report von Roger Sennert und Martin Ragg -- [10.04.2002]reticon-Report

Wir freuen uns, Ihnen eine Eindrücke von der diesjährigen Cebit präsentieren zu können. Für reticon waren in diesem Jahr Roger Sennert und Martin Ragg vor Ort. Wir freuen uns, Ihnen einige Bilder und Informationen zur Verfügung stellen zu können.
Wir haben uns zu verschiedenen neuen Projekten und Technologien informiert, die im Laufe diesen Jahres eingeführt werden sollen. Insgesamt bemerkte man, dass sich die gesamte Branche in einem anderen Zustand befindet, als die Jahre zuvor. Aber an vielen Orten findet man einen schon fast zwanghaften Optimismus, dass es doch jetzt endlich mit neuen Ideen aufwärts gehen müsse.
Wir konnten uns angesichts, trotz zurückgegangener Ausstellerzahlen, nur einen ausgewählten Überblick verschaffen.reticon-Report

Für uns interessante Themen, über die wir uns weiter informiert haben:

Der Bereich Signierung und Verschlüsselung, in erster Linie bezogen auf die e- Mailkommunikation, ist ein noch sehr vernachlässigter Bereich. Bei vielen Anwendern ist das Bewusstsein nicht dafür geschärft, dass das Versenden von e-Mails vergleichbar ist mit der Kommunikation über Postkarte. Der Inhalt der jeweiligen Mails kann mit technisch recht einfachen Mitteln mitgelesen werden. Wenn jemand genügend kriminelle Energie besitzt und sich den Datentransfer mitprotokolliert, z.B. innerhalb eines Netzwerkes, oder auch auf den Zwischenstationen einer e-Mail auf der Reise durch das Internet, so kann er den Inhalt der e-Mail im Klartext lesen. Auf der einen Seite gibt es also das Bestreben, e-Mails zu verschlüsseln, um ein einfaches Mitlesen der Kommunikation zu verhindern. Hinzu kommt noch eine zweite Intention, e-Mails sollen verbindlicher werden. Bisher ist es so, dass auf Grund der technischen Struktur des Netzes es recht einfach ist, z.B. eine Absenderkennung zu fälschen. Sie können problemlos ihre Absenderadresse ändern und so ist es nicht möglich sich absolut sicher zu sein, wer der wirkliche Absender einer e-Mail ist. Gerade bei rechtlich verbindlichen Handlungen ist dies aber notwendig.reticon-Report

Hier betreten wir den Bereich der Signierung von e-Mails. Diese bekommt bildlich gesprochen einen Stempel, der aussagt, dass diese e-Mail von mir kommt. Diese beiden Verfahren, Signierung und Verschlüsselung hängen technisch eng zusammen. Es gibt inzwischen eine Reihe von Dienstleistern, so genannten Trust-Centern, die diese Verfahren anbieten.
Wir haben uns beispielhaft bei der Deutschen Post über den aktuellen Stand informieren lassen. Die Aktivitäten und Pläne in diesem Bereich für das laufende Jahr haben uns positiv beeindruckt und wir warten gespannt, ob die geweckten  Erwartungen erfüllt werden. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass weitere Trust-Center (inzwischen gehören auch Banken etc.) zu den Anbietern ähnliche Aktivitäten gestartet haben).
Falls Sie weitere Informationen zu diesem Themenkomplex haben möchten, sprechen Sie uns gerne an.

Im Bereich digitales Fernsehen haben wir uns über das im Juli startende Angebot mhp informiert. Hierbei handelt es sich um neue Möglichkeiten im digitalen Bereich der Fernsehausstrahlung, die die verschiedenen Sender nutzen werden. Man hat sich in diesem Bereich auf einen Standard geeinigt und als erster Hersteller präsentierte Panasonic eine so genannte Set-Top- Box, die den neuen Standard unterstützt.

Neben der digitalen Ausstrahlung werden über dieses neues System recht einfach Zusatzinformationen verfügbar, beispielsweise Infos zum Programm.
Schade ist, dass trotz des gemeinsamen Standards die Implementierungen der Sender recht unterschiedlich aussehen und damit auch verschiedene Bedienweisen erfordern. So teilt sich die Welt hier wieder in öffentlich/rechtlich und private Sender.
Auch das Gerät von Panasonic lässt unserer Meinung nach einige Wünsche offen, die - laut Vertretern auf der Messe - auch in naher Zukunft nicht erfüllt werden. Bleibt zu hoffen, dass mit Einführung des neuen Standards andere Hersteller sich dieses Marktes annehmen.

Der Bereich der mobilen Kommunikation bot unserer Meinung nach nicht sehr viel Neues. Umts war eher am Rande zu sehen und die Möglichkeiten dort waren aus unserer Sicht noch nicht "der Renner". Auffällig war, dass sich diese Halle versuchte sehr jugendlich zu geben, was sich meist in so lauter Musik an den Ständen äußerte, dass normale Gespräche dort meist nicht gut zu führen waren.

In Halle 11, die sich der Forschung und damit auch zum Teil den Hochschulen widmete, schauten wir uns dann nach Initiativen und Ideen im Bereich e- learning um. Fündig wurden wir z.B. bei der FhG. Das Projekt, das sich dort mit Lernen im Internet auseinandersetzte, stimmte uns allerdings eher skeptisch. Es wurden traditionelle Ansätze vertreten, die die "alten" Probleme aufwarfen. So konnten kaum eingebundene Inhalte gezeigt werden, es wurde eher Design und Programmierung gezeigt und die aktuelle Forschung beschäftigte sich mit der Evaluation von Lerntypen. Das kam uns altbekannt vor und die Probleme in diesen Bereichen, die wir aus anderen Projekten kennen waren hier nur sehr wenig andiskutiert.

Trotzdem fanden wir auch interessante Projekte. Das spannendste wurde von der Universität Koblenz/Landau vorgestellt. Hier stellte man ein schon sehr weit fortgeschrittenes System im Bereich Mathematik vor. Hier wurden klassische Mathematikbücher digital erfasst, in semantische Einheiten zerlegt und über Regelschemata untereinander in Beziehung gesetzt. Herausgekommen ist dabei ein Online- System, das zur Vorbereitung von Mathematikkursen an der Universität eingesetzt wird. Interessanterweise sind Lehrer und Lerner gleichermaßen beteiligt und das System unterstützt beide, indem es die Informationen darstellt und verwandte Bereiche in ihren Abhängigkeiten aufzeigt. Wir können an dieser Stelle das Projekt nur kurz umreißen, werden es aber demnächst auf reticon genauer vorstellen.

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