Cannibal Corpse: BILD im SPIEGEL
reticon-Report von
Ralf Kellershohn -- [01.04.2004]
Heute berichtet SPIEGEL Online von ungeheuerlichen Vorgängen im Irak: in Falludscha waren zwei Geländewagen mit amerikanischen Zivilpersonen, die für die US-Verwaltung arbeiteten, gestern mit Handfeuerwaffen und Granaten angegriffen worden.
Beide Fahrzeuge gingen in Flammen auf. Jubelnde Menschen zerrten anschließend die Toten aus den Wagen und vergingen sich in grausamster Weise an den Toten. Auf Aufnahmen der Fernsehnachrichtenagentur APTN war zu sehen, wie ein Mann mit einer Eisenstange auf eine Leiche einschlug."
SPIEGEL Online, unterschiedlos der Berichterstattung verbunden, bringt in einer Fotostrecke die Bilder, die in ihrer Unerträglichkeit kaum zu überbieten sind. Für diejenigen, bei denen letzte Unklarheiten über das bestehen könnte, was sie gerade betrachten, bietet SPIEGEL Online einen hilfreichen Subtext, vom nüchternen Charme von Medikamentenpackungsbeilagen:
"An einem Stein festgebunden baumelt an der Stromleitung ein verkohltes Bein."
Welcher Informationsmehrwert liegt in der Fotostrecke? Was ist der Unterschied zu den nekrologischen Ekelinternetseiten? Betreibt SPIEGEL Online nicht eine zusätzliche mediale Schändung, indem diese Bilder angeboten werden?
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