Die meisten haben es wahrscheinlich gar nicht gemerkt: Big Brother ist wieder da. Das Fernsehformat, das vor einigen Jahren noch dutzendweise die Medienpädagogen hervorlockte, wird inzwischen im alltäglichen Trash kaum noch wahrgenommen.
Wir bei reticon schrecken für unsere Leser ja vor nichts zurück und schalten jedes Programm ein. Heute abend läuft gerade die erste Entscheidungsshow und das Format ist eher zäh als "revolutionär".
Wie gewohnt lassen sich die Kandidaten freiwillig in einen Container Haus einsperren und fast 24 Stunden mit Kameras beobachten.
Was im Ansatz nach Orwell und psychologischem Experiment aussieht - ist hier weiterhin eher eine große WG.
Zugleich befindet sich Big Brother im Quotentief, die Zuschauer nehmen es nicht mehr so wahr. Die Provokation, die wohl den heutigen Abend retten soll, ist die Einführung von "12 Geboten" an die sich einzelne Bewohner halten sollen. Der Matchraum soll wohl einem letzten Abendmahlgemälde nachempfunden sein. Ob man damit mehr Aufmerksamkeit erreicht?
Gerade wird noch versucht Dramatik zu bringen - ein Bewohner muss im Garten schlafen bei "Temperaturen um den Gefrierpunkt". Das Thermometer in Bonn zeigt 9 Grad - bei dem Regenwetter ist das sicherlich kein Spaß.
Danach darf dann der Haus-Psychologe den ersten analytischen Blick werfen, Liebe, Eifersucht, Intrigen, Ehrlichkeit, Freundschaft .. o la la - wir müssen leider umschalten und die Taschentücher holen.
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Wolfgang Funke