Mit der SpaceExpo betreibt die Europäische Weltraumagentur (ESA = European Space Agency) in Noordwjik in den Niederlanden Europas größtes Weltraummuseum.
Von außen kommt das Gelände recht unscheinbar, ein kleiner Parkplatz. Man rechnet anscheinend nicht mit Besuchermassen, einzig ein Satellit in Originalgröße verweist auf ein Museum. Einen Kilometer zuvor grüßt ein umgegrabenes Feld, auf dem einmal ein "Space-Business-Center" entstehen soll.
Aber der kleine Parkplatz entpuppt sich schnell als pures Understatement. Innen erwartet den Besucher eine wunderbare Ausstellung. Viele Informationen rund um den Weltraum - von der Entstehung über Astronomie bis hin zur Geschichte der menschlichen Raumfahrt werden geboten.
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Dabei zeichnet sich der Ausstellung vor allem durch gute und durchdachte Interaktion aus. Hier wird der Besucher zum Teil der Ausstellung - und zwar nicht weil "Interaktion" gerade hipp ist, sondern weil hier offensichtlich ein Konzept verfolgt wird.
Und so wird man recht schnell ein Teil der Ausstellung - egal ob groß oder klein. Auf eine Waage steigen, Gewicht ausrechnen - was wiege ich auf dem Mond, dem Mars einem Asteroiden; ein "Raumschiff" mit Druckluftdüsen "einparken" sind nur einige Interaktionen.
Daneben gibt es Nachbauten des Columbus-Moduls der ISS, Satelliten in Originalgröße und die "Kulisse ;-)" der Mondlandung.
Aus unserer Sicht ist die SpaceExpo eine unbedingte Empfehlung. Kleiner Tipp für Besucher: Direkt am Eingang gibt es momentan "Bonuskärtchen", die den Eintrittspreis um 1,- Eur/Person reduzieren.
Auf Seite zwei geht es weiter mit einem Einblick in das Satellitentestcenter der ESA, das sich keine 5 Minuten von der SpaceExpo befindet.
Nach dem Besuch der SpaceExpo entschlossen wir uns an der Führung in das ESA Testcenter für Satelliten teilzunehmen.
Eine Führung kostet momentan 3,- Euro/Person - die Führungen werden zwar nur am Rande angekündigt, man sollte aus unserer Sicht auf jeden Fall daran teilnehmen. Die Führungen werden auf Englisch und Niederländisch durchgeführt, zudem wird der Personalausweis kopiert und dem Security-Dienst der ESA übergeben. Ansonsten durften wir fotografieren (ohne Blitz).
Teil 1 der Führung begann im Simulation / Pressecenter der ESA in Noordwjik. Hier gibt es neben einem (verkleinerten) Nachbau der ISS unter der Decke in einem Hangar Nachbauten der europäischen Teile der ISS. So z.B. das Columbus Modul, dessen Original sich momentan in den USA befindet und auf den Transport zur ISS wartet. Aber auch der europäische "Roboterarm" mit dem Arbeiten von außen an der ISS getätigt werden können, ist hier zu Test- und Übungszwecken verfügbar.
Teil 2 führte uns dann in das eigentliche Testcenter der ESA, in dem Wissenschaftler unterschiedliche Tests von Satellitenteilen durchführen.
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Wozu ein Testcenter?
Was macht denn nun die ESA in dem Testcenter? In Noordwijk arbeiten derzeit 2.000 Menschen bei der ESA (davon 1.000 direkt bei der ESA). Das Testcenter dient Simulationen und realen Tests, um Satelliten bzw. Satellitenteile auf "Weltraumtauglichkeit" zu überprüfen.
Dazu gehören dann elektromagnetische Tests, Materialtests, Auswirkungen von Sonneeinstrahlung (Wärme) und Kältetests. Die Schwankungen der Materialbeanspruchung im Weltall sind immens. Bis auf Schwerelosigkeit kann die ESA so ziemlich alles im Testcenter in Noordwjik ausprobieren.
Neuestes ESA-Projekt: ATV
Zu unserem Besuch bei der ESA wurde dort gerade das neueste Projekt getestet: ATV (Automated Transport Vehicle) - ein unbemannter Transporter, der Material, Verpflegung etc. z.B. zur ISS transportieren kann. Das System ist modulartig aufgebaut und hat nur ein "One-Way-Ticket". Die ESA hat sich ausgerechnet, dass die Aufwendungen für ein "Wiederverwenden" des ATV (also Hitzeschild für die Wiedereintritt etc.) teurer seien, als direkt mehrere ATVs zu produzieren.
Die Bilder zeigen Teile des ATV auf dem Teststand in dem in der Woche zuvor getestet wurde. Das ATV wird später mit der neuen Ariane V Generation ins All befördert. Das ATV selbst wird "abgesprengt" und kann mittels eines eigenen Antriebs selbstständig zur ISS.
Ein herzlicher Dank an die ESA, dass wir dort fotografieren durften. Wir könne den Besuch des Museums und vor allem auch die Führung durch das ESA-Testcenter nur wärmestens empfehlen.
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Friedrich Hebbel