
reticon hat für Sie das Arithmeum in Bonn besucht. Das Arithmeum ist an die Universität Bonn angegliedert. Es ist mitten in der Stadt in einem modernen und hellen Bau untergebracht.
Der Architekt Mies van der Rohe entwarf das Gebäude. Er wollte durch die gläserne Architektur, die von Stahlelementen durchbrochen wird, die Wissenschaft nicht nur symbolisch durchsichtig und transparent machen. Das Gebäude steht damit schon von außen wider den Elfenbeinturm.
Sie finden das Museum in Bonn unter folgender Adresse:
Arithmeum, Lennéstrasse 2, 53113 Bonn, Tel: 02 28 - 73 87 90
oder im Internet unter www.arithmeum.de
Eintrittskarten: Erwachsene 3,- Kinder 2,- EUR
Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag, 11:00 - 18:00 Uhr
Parallel zur ständigen "Mathematik-Ausstellung" gibt es wechselnde Kunstausstellungen. So wird die Welt der Maschinen oft durch Bilder und Grafiken durchdrungen. Dies ist ein wesentliches Konzept des Arithmeums: Kunst und Technik sollen zu Ästhetik verbunden werden.
Weiterhin gehört auch zum Konzept des Museums, Musiker einzuladen und im Arithmeum Konzerte zu veranstalten. Hier lohnt ein Blick in den im Internet veröffentlichten Veranstaltungskalender. Es kann durchaus vorkommen, dass z.B. Musica Antiqua Köln dort ein Konzert geben.
Doch nun wollen wir einen kleinen Blick in das Arithmeum selbst werfen:
Mit mehr als 1.200 Exponaten aus dem Bereich der Rechenmaschinen gehört das Arithmeum zu den weltweit bedeutendsten Sammlungen.
Die Sammlung selbst (übrigens eine Stiftung) wird seit den 70er Jahren kontinuierlich aufgebaut.
Das Museum stellt die Geschichte des Rechnens und der verschiedenen Methoden und Maschinen dar, mit deren Hilfe sich die Menschen seit Jahrhunderten versuchten das Rechnen zu erleichtern.
Viele der Exponate im Museum sind zum Anfassen und zum Ausprobieren. Hier wird deutlich, dass moderne Museumspädagogik am Werk war. So ist das Museum für alle Besucher ob jung oder alt ein spannender Besuch. Alle Exponate sind mit übersichtlichen erläuternden Tafeln versehen, auf denen die Funktion der Maschine dargestellt wird und oft auch eine Anleitung zum Selberausprobieren gegeben wird.
Man kann an allen Rechentischen experimentieren. Eine der frühen Methoden, mit denen man sich das Rechnen, speziell das Multiplizieren erleichterte, waren sogenannte Napier-Stäbe. Diese sind eine "geschickte" Erfindung, die es ermöglichte auf einfache Art und Weise große Zahlen miteinander zu multiplizieren.
Dass die Methode auch heute noch wunderbar funktioniert und diese sich sogar mit neuen Medien abbilden lässt, hat reticon für Sie versucht umzusetzen. Wir haben das Prinzip der Napier-Stäbe in eine interaktive Flash-Anwendung umgesetzt. Zusätzlich ist die Anwendung auch mit einer Hilfe versehen, die Ihnen das Prinzip der Napier-Stäber erläutert. Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren:
http://www.reticon.de/berichte/napier/
Am Prinzip der Napier-Stäbe wird eine Problematik der ersten Rechenhilfen und auch der ersten Rechenmaschinen deutlich: der Zehnerübertrag (nachfolgend auch Hunderter etcpp.) musste manuell erfolgen. Entweder musste sich der Übertrag gemerkt werden, oder man musste einen Schalter umlegen.
Die große Innovation in diesem Bereich war der automatische Zehnerübertrag.
Die ersten richtigen Maschinen wurden seit dem Barock angefertigt. Es waren tatsächlich einzelne Anfertigungen. es handelte sich bei Weitem noch nicht um eine Produktion. Daher war der Einsatzzweck auch eher als "Kunst- und Wunderobjekt" anzusehen, als dass "praktische Dinge" damit gerechnet wurden.
Die ersten Rechenmaschinen waren komplizierte mechanische Räder- und Zahnräderkonstruktionen. Eng verwandt mit einem klassischen Uhrwerk, das ja in diesem Sinne auch eine Rechenmaschine ist.
Erst als es gelang, Mechanik durch Elektronik zu ersetzen, wurden Rechenmaschinen für immer weitere Bereiche der Wissenschaft bedeutend. Das Museum zeichnet diesen Weg nach. Es stellt die unterschiedlichen Entwicklungen und Systeme vor und geht auch auf aktuelle Technologieentwicklungen ein. Über die ersten Computersysteme mit Lochkarten bis hin zu Siliziumchips und Transistoren.
Wunderbar ist, dass der Besucher wirklich fast alles ausprobieren und erproben kann.
Fazit:
Unser Fazit ist, dass wir den Besuch im Arithmeum nur wärmstens empfehlen können. In einer gelungenen Architektur findet sich eine wunderbare Ausstellung, die einen tiefen Einblick in die Entwicklung des Rechnens zulässt. Und dies ist nicht nur für Mathematiker und Informatiker interessant, insbesondere, da Rechenmaschinen inzwischen unsere Alltagswelt durchdrungen haben.
Ludwig Robert