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Zwischen Web 2.0 und Informations-Overload

Zwischen Web 2.0 und Informations-Overload

18.05.2010, (MR)

Web 2.0, soziale Netzwerke - die Online-Welt steckt voller Möglichkeiten, voller Informationen und Kleinstkontakten, die sich mit der Zeit immer weiter auftürmen. Irgendwann läuft man Gefahr zwischen Twitter, Xing, Facebook & Co erschlagen zu werden (stimmt, die simple Mail habe ich vergessen).

Das Thema beschäftigt mich schon seit einiger Zeit und man justiert sich selbst immer wieder neu. Bei Tim Schlotfeldt habe ich einen wie ich finden guten und prägnanten Beitrag gefunden. Tim thematisiert die Entscheidung von Christian Spannagel seine Webkommunikation zu "rebooten" und völlig neu auszurichten.

Tims Reflektion auf seine eigene Situation kommt zu dem Ergebnis, dass er mit der momentanen Web-Welt zurechtkomme indem er sich fokussiert:

"Und was ziehe ich persönlich für Schlüsse aus Christians Erfahrung? Eigentlich bestärkt es mich in meinem eigenen Kommunikationsmodell, nämlich mich zu fokussieren. Meine für mich wichtigste Kommunikationsplattform ist meine eigene Website mit Blog und WikiTwitter und Identi.ca haben sich zu einem weiteren wichtigen Kommunikationskanal entwickelt." (Quelle: Tim Schlotfeldt)

Betrachte ich meine eigene Web-Welt so finde ich mich unter dem Begriff "Fokussierung" genau wieder. Ich probiere gerne neue Dienste und Plattformen aus, habe aber mit der Zeit gelernt, dass ich nur eine endliche Zahl an Dingen wirklich gleichzeitig tun kann. Auf vielen der neuen Plattformen bin ich zwar präsent - aber doch nur irgendwie. Xing z.B. ist für mich nett - mehr aber auch nicht, keine Gruppenteilnahme, kaum Kommunikation - es ist eher eine Art Abbild von einem Gemisch aus privaten und vor allem beruflichen Kontakten. Für mehr Kommunikation - schlicht keine Zeit, daher forciere ich das dort auch kaum. Mit reticon konzentrieren wir uns auf einige Dienste, schneiden bei Bedarf inzwischen aber auch radikal alte Dinge ab und widmen uns neuen.

Facebook kann ich kaum etwas abgewinnen - wer will, findet mich aber auch dort. Dazwischen gibt es aber Dinge, die ich intensiver nutze - nach langem Zögern ist Twitter für mich einen Kontakt- und Informationsquelle geworden, der ich auch täglich etwas Zeit einräume. Eine Welt ohne Skype kann ich mir momentan nicht so recht vorstellen - darüber laufen viele Kontakte und Kommunikation "zwischendurch" für die ich dankbar bin.

Im Rückblick habe ich mich aber auch von vielen Dingen verabschiedet, die ich z.T. durchaus intensiv betrieben habe. Foren, Newsgroups, (Fido-Gruppen) - inzwischen fast keine regelmäßige Nutzung mehr.

Wie lange man es durchhält laufend seine Kommunikationstools zu analysieren, Trends auszuprobieren, sich neu auszurichten, Fokus neu setzen und danach alles wieder von vorn - wie lange das klappt, ich werde es herausfinden müssen.

Ganz zum Schluss noch ein Wort zu Mails - das ist neben all dem "neumodischen Kram" immer noch mein wichtigstes Kommunikationsmedium. Ich bin da sehr altmodisch und sehr fokussiert - alles läuft bei mir in einen beruflichen und einen privaten Mailaccount. Darin wird alles archiviert - fast seit der Zeit, seit der ich Mails nutze. Ab und an archiviere ich 10 Jahre alte Anhänge, aber ansonsten kann ich auch problemlos "uralte" Mails sofort ans Tageslicht fördern. Meine Ordnerstruktur und Filterregeln haben hierbei über die Jahre hinweg eine erstaunliche Stabilität.

Zum Weiterlesen die beiden Links auf die Artikel, die den Anstoß zu diesem Sermon ergaben:

 

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