Wissenschaftler an der Universität Bonn haben 12.000 Bundesligaspiele analysiert, Schwerpunkt wurde auf die 3.600 Elfmeter gelegt. Demnach ist der Druck beim Elfmeter im heimischen Stadion so groß, dass hier häufiger verschossen wird.
Zu diesem Ergebnis kommt der Wirtschaftswissenschaftler Dr. Thomas Dohmen vom Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA).
Aus der Studie:
"Hauptergebnis der Studie: Auf heimischem Rasen schießen deutsche Erstligaprofis beim Elfer durchschnittlich 35 Prozent häufiger daneben als bei einem Auswärtsspiel. "Angesichts der Erwartungshaltung ihrer Anhänger scheinen die Schützen Nerven zu zeigen", vermutet der Wirtschaftwissenschaftler. Erstaunlicherweise trifft das aber nur für die erste Spielhälfte zu. Schaut man nur auf Strafstöße, die nach der Halbzeitpause vergeben wurden, ist die Trefferquote von Heimmannschaft und Gästen ähnlich. "In der ersten Hälfte spielt das Heimteam für gewöhnlich in Richtung auf den gegnerischen Fanblock", sagt Dohmen. "Vielleicht ist es die Kombination 'Erwartung der eigenen Fans' plus 'Konfrontation mit den feindseligen Gesichtern der gegnerischen Fans beim Strafstoß', die zur höheren Versagensquote führt."" (Quelle: PM Universität Bonn)Der Zweck der Studie ist natürlich weniger im direkten Umfeld Fußball zu suchen - vielmehr wurde hier eine recht geschlossen zu untersuchende Situation herausgegriffen und untersucht. Spannend ist, inwieweit diese Ergebnisse auf andere Arbeitssituationen übertragbar sind. Wie wirkt sich (sozialer) Druck auf Leistung aus.
Gleichzeit formuliert die Studie auch ein Dilemma - Deutschland ist bei der WM klar benachteiligt, Elfmeter gibt es nur im heimischen Stadion. Da können wir nur hoffen, dass die deutschen Kicker trainieren und nicht diese Studie lesen.
Wenn Sie kein Fußballer sind, dann können Sie die ganze Studie nachlesen:
http://www.iza.org/dp1905.pdf
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