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Zielgerichtet fördern

Zielgerichtet fördern

10.09.2008, (MR)

Das aktuelle Bildungsbarometer hat den Bereich Förderung untersucht und geht der Frage nach wie Eltern ihre Kinder fördern (wollen) und warum sie dies tun. Im Vordergrund steht hier meist die Verbesserung der Schulnoten, doch Prof. Reinhold S. Jäger warnt vor allzu hohen Erwartungen.

Das Bildungsbarometer ist eine Einrichtung des Zentrums für empirische pädagogische Forschung und bringt immer wieder interessante Zahlen und Umfragen zu unterschiedlichen Themen aus den Bereichen Bildung, Schule und Wissenschaft.

Die aktuelle Erhebung hat den Schwerpunkt außerschulische Förderung von Kindern. Nach den Zahlen des Bildungsbarometers ist beispielsweise interessant, dass Eltern im Schnitt 27,- Euro für Förderungen im Bereich Sport und Musik pro Woche ausgeben. Diese Förderung "konkurriert" in gewisser Hinsicht mit dem Bereich Nachhilfe und Eltern erhoffen sich anscheinend davon auch eine Steigerung der schulischen Leistungen.

""Es muss allerdings die Frage gestellt werden, ob die hier investierte Zeit nicht bisweilen besser in schulische Förderung investiert würde, vor allem angesichts der Unzufriedenheit der Eltern mit den Ergebnissen der außerschulischen Förderung", erklärt Prof. Dr. Reinhold S. Jäger, Leiter des Zentrums für empirische pä-dagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau. " (Quelle: Bildungsbarometer)

Wichtig sind aus Sicht des Bildungsbarometers Absprachen, um die unterschiedlichen "Förderformen" aufeinander abzustimmen. Die Erhebung wurde zusammen mit der Schülerhilfe durchgeführt - das hat im Zweifel natürlich auch einen Effekt auf die Befragung. Grundsätzlich würde ich den "Freizeitbereich" wie Sport- und Musikaktivitäten nicht mit einer Förderung im Hinblick auf Schulnoten verquicken. Das kann Effekte haben, sollte aber sicher nicht im Fokus stehen. Wer ein Instrument lernt, sollte dies um der Musik willen machen, um neue Dinge kennenzulernen, im Orchester/Band zu spielen etc. - das kann natürlich auch andere Effekte haben: Man "lernt" an einer Sache dranzubleiben, sich zu konzentrieren, vielleicht gemeinsam etwas zustande zu bringen - aber das kann man nicht "gegen" eine Nachhilfe rechnen. Zum Schluss sei noch fairerweise gesagt, dass das Bildungsbarometer das so auch nicht macht - wir aber noch einmal explizit darauf verweisen wollten, weil alleine die Fragestellung zumindest in diese Richtung denken läßt. Wir sehen das ähnlich wie das Bildungsbarometer dies in der Einleitung des Newsletters aufmacht:

"Das aktuelle Bildungsbarometer zum Thema Förderung zeigt, dass viele Eltern die Vorstellung besitzen, dass Denksportaufgaben, Sport und Musik einen direkten positiven Einfluss auf die Intelligenz und die Verbesserung der Schulnoten besitzen. Da hier jedoch wissenschaftlich kein direkter Zusam-menhang belegt werden kann, warnt der Landauer Bildungsforscher Professor Reinhold S. Jäger vor überzogenen Erwartungen im Hinblick auf die Verbesserung der schulischen Leistungen durch sportliche oder musische Förderung. " (Quelle: Bildungsbarometer)

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