Das Projekt gewinnlesen.de der Leserauskunft und der Stiftung Lesen möchte junge Leser für Zeitschriften gewinnen. Besonderes Special ist die Ermittlung des "Zeitschriften-Typs" mittels eines Fragebogens. Eigentlich eine gute Idee - nur halten die Ergebnisse leider nicht das, was die Seite verspricht.
Auf den ersten Blick sieht das wunderbar aus, eine schicke Internetseite möchte gerade die jungen Leser für Zeitschriften begeistern. Und wer sich in der Vielfalt der Zeitschriften orientieren möchte, kann seinen "Zeitschriften-Typ" über einen interaktiven Fragebogen selbst ermitteln.
Soweit so gut - wir haben es ausprobiert und waren dann von dem Ergebnis mehr als überrascht. Unser Leserprofil: Junge, 8 Jahre, "ordentlich interessiert". gewinnlesen.de stufte uns als "Normal-Magazinleser" ein (welch ein schönes Wort für einen 8-jährigen). Und dann waren wir wirklich gespannt, was uns die Seite denn so empfiehlt. Empfehlung Nummer eins war in Ordnung, da wird die Zeitschrift "Treff" empfohlen. Die zweite Empfehlung lässt uns dann aber zweifeln. "DIE ZEIT" ist sicher eine gute Wochenzeitung, aber ob sie jetzt die Empfehlung für einen 8-jährigen "Normal-Leser" ist. Und Treffer Nummer drei wird die Nachwuchsleserschaft auch vom Hocker reißen: "Öko-Test".
Da stellen sich dann doch Fragen. Wir wären ja noch nicht einmal auf die Idee gekommen DIE ZEIT und Öko-Test als Magazin für Grundschüler einzustufen.
Dann haben wir den Gegentest gemacht und uns als 20-Jähriger Lesemuffel einstufen lassen. Als Ergebnis gibt es 10 Treffer, von Sportbild über Titanic, Computer Wissen und Auto Motor &Sport ist alles dabei. Ob diese Empfehlung dann nun mehr hilft, als am Kiosk willkürlich zu stöbern?
Uns stellt sich auch die Fragen, wie die Trefferlisten zu Stande kommen. Auf lehrer-online.de finden wir in einer begeisterten Pressemeldung den Satz: "gewinnlesen.de ist ein Wohltätigkeitsprojekt: "Für jeden teilnehmenden Verlag spenden wir einen Betrag zur Unterstützung von Leseförderungsprojekten der Stiftung Lesen", erklärt Ulla Strauß, Geschäftsführung LeserAuskunft GmbH." (Quelle: lehrer-online.de)
Das klingt aber dann weniger danach, dass gewinnlesen.de eine Redaktion hat, die sinnvolle Magazine vorstellt und empfiehlt, sondern vielmehr nach einer Präsentationsmöglichkeit für Verlage - und das wäre ja schon ein deutlicher Unterschied.
Unabhängig davon: Die Idee an sich finden wir gut, nur die Umsetzung kann uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht überzeugen.
Wer es selbst ausprobieren möchte: www.gewinnlesen.de
Informationen zum Artikel